Wohlbefinden, Gesundheit und Prävention arbeits­bedingter Erkrankungen

Akteure und Aufgaben bei der Prävention im Betrieb

Verantwortliche Akteure

Der Arbeitgeber ist grundsätzlich für den Arbeits- und Gesundheitsschutz verantwortlich. Grundlage dazu ist die Aufgabe, Gefährdungen und Belastungen zu ermitteln und Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung durchführen (Gefährdungsbeurteilung) . Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsärzte beraten den Arbeitgeber bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen und arbeiten dabei mit dem Betriebsrat und Personalrat zusammen.

Zum ersten Mal wurde der Begriff der arbeitsbedingten Erkrankungen im Arbeitssicherheitsgesetz von 1973 genannt und dabei die präventivmedizinische Aufgabe der Arbeitsmediziner festgeschrieben.

Aufgabe der Betriebsärzte zur Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen:

Arbeitssicherheitsgesetz
§ 3 Die Betriebsärzte haben die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes zu unterstützen. Sie haben insbesondere den Arbeitgeber und die sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen zu beraten, insbesondere … die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit … Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankungen vorzuschlagen.

Aktive Mitarbeit

Sicherheitsbeauftragte machen ihre Vorgesetzten auf Gefahren aufmerksam. Brandschutzhelfer und Ersthelfer haben spezielle Aufgaben in Notfällen. Sie sind ebenso wir die Beschäftigten Akteure im Rahmen der Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb. Beschäftigte haben Eigenverantwortung im Rahmen ihrer Unterweisung und ihrer Möglichkeiten und damit auch die Pflicht zur Sorge um ihre Gesundheit bei der Arbeit.

Arbeitsgrundlagen im Betrieb

Das Erkrankungsgeschehen im Betrieb lässt sich als Grundlage für gezielte Aktivitäten zur Senkung der Ausfalltage und Verbesserung der Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen analysieren: Ansatzpunkte sind dazu:

  • Die Gefährdungsbeurteilung der körperlichen und psychischen Belastungen nach Art der Tätigkeit.
  • Eine betriebliche Analyse der AU-Tage nach Tätigkeiten, Abteilunge oder Berufsgruppe: gibt es Auffälligkeiten, so lassen sich vertiefende Ermittlungen von möglichen Ursachen in einem Bereich einleiten.
  • Der Gesundheitsbericht der Krankenkassen zu den AU-Tagen der Versicherten eines Betriebes wird nach Krankheitsarten erstellt. Ab einer Mindestgröße des Betriebes ist das anonym machbar. Sinnvoll ist es allerdings nur, wenn überwiegend eine Krankenkassen aktiv ist, z.B. eine Betriebskrankenkasse.  
  • Der Bericht des Betriebsarztes zu Trends und Auffälligkeiten, die er durch arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung ermittelt hat.  
  • Eine anonyme Befragung der Mitarbeiter zu Gesundheitsbeschwerden im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung oder des Gesundheitsmanagements kann bei Auswertung nach Berufen oder Abteilungen ebenfalls Hinweise auf Erkrankungsursachen geben.

Nicht nur für die Personalabteilung sondern auch für die Interessenvertretungen sind anonyme betriebliche Auswertungen von Krankheitsdaten eine hilfreiche Arbeitsgrundlage. Die Unterstützungsangebote von Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und zuständigen Behörden zur Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen und zur betrieblichen Gesundheitsförderung sollte ein Betrieb kennen.

 

 

Mehr erfahren und aktiv werden