Stress – Interview mit Prof. Dr. Siegrist

Interview mit Prof. Dr. Johannes Siegrist, Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie an der Universität Düsseldorf

Quelle: Arbeitsgemeinschaft zur Patienteninformation über Gesundheit und Umwelt e. V.

Stress hat für den Normalbürger immer auch einen Beigeschmack von lauter Aktivität, Dynamik, von Gefordertsein. Stress gilt vielen als typische Managerkrankheit. Was aber versteht man aber eigentlich wissenschaftlich darunter?

Die Stressforschung machte lange Zeit nur geringe Fortschritte, weil sie sich viel zu stark an diesem Alltagsverständnis von Stress orientierte, kein klares wissenschaftliches Konzept hatte. Heute wissen wir, dass es dann zu krank machendem Stress kommt, wenn hohe Verausgabung mit einer geringen Kontrolle über das Ergebnis und geringen Belohnungsschancen verbunden ist. Wenn sich also jemand besonders stark und lange in einer Anforderungssituation befindet, in der nicht sicher ist, ob die Anstrengung zum Erfolg oder zum Scheitern führt. Kontrollbedrohung bzw. -verlust - die damit verbundene Unsicherheit - sie ist das, was unter die Haut geht.

Inhalt dieses Artikels

  1. Interview mit Prof. Dr. Siegrist