Die Überlastungs­anzei­ge / Die Ge­fähr­dungs­anzeige

Rechtsgrundlage Arbeitsschutz

Arbeitnehmerpflichten auch gegenüber Dritten

Beschäftigte müssen den Arbeitgeber gemeinsam mit Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit dabei unterstützen, den Gesundheitsschutz zu gewährleisten(§ 16.1 ArbSchG). Sie haben die Pflicht, nach ihren Möglichkeiten und entsprechend der Unterweisungen und Weisungen des Arbeitgebers für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Sorge zu tragen (§ 15.1 ArbSchG). Das gilt auch für Kunden, Klienten oder Patienten oder Kollegen und Kolleginnen. Denn Beschäftigte haben auch für die Sicherheit und Gesundheit von Personen zu sorgen, die von ihren Handlungen betroffen sind.

Besteht für Dritte Gesundheitsgefahr durch die Folgen der Überlastung, dann ist auch auf dieser Rechtsgrundlage eine Überlastungsanzeige verpflichtend. Soziale und Gesundheitsberufe sind hier im Besonderen betroffen.

Wie die eigene Gesundheit schützen?

Andauernde Überlastung gefährdet die Gesundheit z. B. durch Dauerstress. Das Arbeitsschutzgesetz ArbschG §§ 5 und 6 verpflichtet deshalb den Arbeitgeber zu einer regelmäßigen Gefährdungsbeurteilung, auch der psychischen Belastungen. Damit können Fehlbelastungen erkannt werden und Maßnahmen der Gesunderhaltung eingeleitet werden.

Wer durch Überlastung gesundheitliche Beschwerden hat und seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit in Gefahr sieht, sollte unbedingt mit dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung sprechen. Die sachliche Darlegung der Überlastung anhand von Arbeitszeitaufschreibungen und Arbeitsplanungen ist zu empfehlen. Der Betriebsarzt solllte einbezogen werden und der Betriebs- und Personalrat.

Fürsorgepflicht der Vorgesetzten

Jeder Vorgesetzte bzw. Arbeitgeber hat eine grundlegende Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten nach BGB § 618 und muss für den Schutz von Leben und Gesundheit soweit sorgen, als die Natur der Dienstleistung es gestattet.

Führungskräfte sollten erkennen, wann eine Überlastung eines Teams oder eine Überforderung Einzelner eintritt, unabhängig von den regelmäßigen Prüfungen möglicher Gefährdungen im Rahmen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Dazu allerdings ist eine regelmäßige und persönliche Kommunikation notwendig.

Mehr erfahren und aktiv werden