Zufriedener mit Betriebsrat

Mehr Weiterbildung in Betrieben

Schon aus theoretischer Sicht spreche einiges dafür, dass Mitbestimmung Beschäftigte zufriedener macht, schreiben die Ökonom*innen Lutz Bellmann, Olaf Hübler und Ute Leber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Als Sprachrohr seien Arbeitnehmervertretungen dafür zuständig, den Bedürfnissen der Belegschaft gegenüber dem Management Gehör zu verschaffen. Es sei zu erwarten, dass sie sowohl die Produktivität als auch die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer*innen erhöhen, was eine bessere Entlohnung erlaubt. Darüber hinaus verweisen die Wissenschaftler*innen auf die Mitbestimmungsrechte in Sachen Weiterbildung: Betriebsräte können mitreden, wenn es um die Dauer von Schulungen, die Inhalte und die Auswahl der Teilnehmer geht. Mehr Weiterbildung wiederum dürfte mit mehr Arbeitszufriedenheit einhergehen, argumentieren die Forscher*innen: Sie erhöhe die Produktivität, das Lohnniveau, die Jobsicherheit und die Aufstiegschancen.  

Betriebliche Mitbestimmung wirke sich signifikant positiv auf die durchschnittliche Arbeitszufriedenheit der Belegschaft aus. Verantwortlich für diesen Effekt sind Betriebe, die einen Tarifvertrag haben oder sich daran orientieren. Weiterbildung hat ebenfalls einen positiven Einfluss, sowohl auf betrieblicher als auch auf individueller Ebene. Betriebsräte wiederum erhöhen die Chance, dass Weiterbildung angeboten wird.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Das Diskussionspapier der IZA (Institute of Labor Economics - Initiated by Deutsche Post Foundation) ist auf Englisch erschienen. Lutz Bellmann, Olaf Hübler, Ute Leber: »Works Councils, Training and Employee Satisfaction«, IZA Discussion Paper Nr. 11871, Oktober 2018.