Zoom-Fatigue

Call für Call und keine Pausen

„Wo früher ein Meeting nach dem anderen im Kalender stand, reiht sich nun Call an Call. Keine Pause nötig, schließlich fallen Raumwechsel weg. Zwei Klicks - und der Bildschirm ist voll mit anderen Personen, aufgereiht wie eine antike Büstensammlung: Kopf und Oberkörper sind zu sehen, mehr nicht. Im Hintergrund Bücherregale, Kleiderschränke, Kücheninterieur.“ (Ina Karabasz, Handelsblatt 15.07.20)

Das Institut für Beschäftigung und Employability IBE hat im September 2020 eine 1. Phase und im Dezember 2020 eine 2. Phase der Befragung durchgeführt. Gefragt wurde:

  • Spüren Sie Zoom-Fatigue / Zoom-Müdigkeit?
  • Wie häufig spüren Sie Zoom-Fatigue / Zoom-Müdigkeit?
  • In welcher Intensität spüren Sie Zoom-Fatigue / Zoom-Müdigkeit?
  • Wie macht sich Zoom-Fatigue / Zoom-Müdigkeit bemerkbar?
  • Was belastet Sie dabei?
  • Was kann helfen, die Zoom-Fatigue / Zoom-Müdigkeit zu reduzieren?

Ergebnisse der 1.- Phase: Annähernd 60% der Befragten geben an, dass Sie Zoom-Müdigkeit spüren. Damit nehmen 251 Personen diese Entwicklung für sich wahr. Um eine Konkretisierung herbeizuführen, bedarf es zudem Aussagen zur Häufigkeit und zur Intensität. Von den 251 Personen, die Zoom-Müdigkeit spüren, geben 77,7% an, dass es manchmal auftritt. Lediglich für 14.7% ist sie eine permanenter Belastungsfaktor. Dennoch gilt für 64,1%der Personen, die Zoom-Fatigue wahrnehmen, dass die Intensität stark oder sogar sehr stark ist.

Kurzum: Fast 60% der 422 Befragten spüren Zoom-Fatigue(251 Personen). Wenn Zoom-Müdigkeit wahrgenommen wird (n = 251), sind 195 Personen manchmal davon betroffen, und 37 Personen immer. 160 Personen nehmen die Belastungen stark oder sehr stark wahr.

Eine Müdigkeit oder gar Erschöpfung, die mit virtueller Kommunikation und Kooperation sowie virtuellen Meetings einhergeht, zeigt sich in unterschiedlicher Form, etwa Reduktion der Konzentration, Fahrigkeit, Ungeduld, erhöhte Reizbarkeit, fehlende Balance, unwirsches Agieren gegenüber Mitmenschen, Genervtsein, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gliederschmerzen, Magenschmerzen, Schlafstörungen, Sehstörungen.

Als Belastungstreiber werden genannt: Beobachtet zu werden, auf dem Präsentierteller zu sitzen, sich selbst zu beobachten, keine Gestik der anderen zu sehen, keine Mimik der anderen zu sehen, keine Möglichkeiten zu haben non-verbale Hinweise wahrzunehmen, keine Möglichkeit der kleinen Unaufmerksamkeiten zu haben, kein Small Talk mit den anderen machen zu können, kein gemeinsames Netzwerken beim Kaffee, keine Pausen während des virtuellen Meetings zu haben, keine Pausen zwischen den virtuellen Meetings zu haben, Effizienz der virtuellen Meetings, Taktung innerhalb der virtuellen Meetings, Nüchternheit in Sinne der starken Versachlichung der virtuellen Meetings, erhöhter technischer Aufwand, starke Belastung der Augen aufgrund schlechter Bildqualität, Frustration aufgrund instabiler Verbindung, weniger Gesprächsfluss aufgrund von Latenzen / Zeitverzögerungen.

Weitere Ergebnisse und Handlungsmöglichkeiten sind in der Auswertung zu finden.

Quelle: Pressemitteilung des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
IBE-Studie: "Zoom-Fatigue"