Wer hat, dem wird gegeben

Staat spart an Weiterbildung

In Deutschland werden pro Jahr rund 26,9 Milliarden Euro für die Weiterbildung ausgegeben. Der Großteil – knapp 20,6 Milliarden Euro – werden privat finanziert, durch Betriebe oder die Teilnehmenden selbst. Nur 6,3 Milliarden Euro bringt die öffentliche Hand für Weiterbildungen auf. 1995 leistete der Staat sich noch Weiterbildungen in Höhe von 11,1 Milliarden Euro – ein Rückgang um 43,3 Prozent. Demnach ist hier, anders als in allen anderen Bildungsbereichen, die öffentliche Finanzierung stark gesunken. Dies müssen bislang die Betriebe und die Lernenden selbst kompensieren. Das geht aus der Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung hervor.

Seit einem Tiefpunkt im Jahr 2012 gebe es zwar wieder einen Anstieg der öffentlichen Mittel für Weiterbildung von damals noch 4,9 Milliarden Euro auf nun 6,3 Milliarden Euro. Dieser komme vor allem den Beziehern des Arbeitslosengelds I zu Gute. Doch die Studienautor*innen fürchten, dass Geringqualifizierte oder Hartz-IV-Empfänger*innen nicht profitieren. Ihnen fehle das Geld, um eine Weiterbildung zu finanzieren, sie würden aber auch seltener gefördert. Dann passiert, was auch das Matthäus-Prinzip genannt wird: Wer bereits gut gebildet ist, bildet sich weiter. »Wer hat, dem wird gegeben.«