Viele sind zufrieden mit dem Homeoffice

Frauen stärker belastet

Etwa 70 Prozent derjenigen mit der Möglichkeit auf Homeoffice wünschen sich für die Zukunft entweder einen flexiblen Einsatz oder eine regelmäßige Nutzung für zwei oder drei Tage pro Woche. Eine komplette Rückkehr zum Präsenzbetrieb wollen hingegen nur wenige. „Umso wichtiger ist daher die frühzeitige Auseinandersetzung mit langfristigen und einvernehmlichen Lösungen hinsichtlich der Arbeitsplatzausstattung und -gestaltung, in der Arbeitgeber, Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte, Sozialpartner und die Politik gleichermaßen gefragt sind“, so die Forscherinnen und Forscher der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Der Abbau von Vorbehalten und Hindernissen von Betrieben und Beschäftigten ermöglichte die zunehmende Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice. Dazu zählen zum Beispiel der Wunsch der Vorgesetzten nach Anwesenheit des Beschäftigten. Dieses Hindernis nannten zum Zeitpunkt der Befragung im April und Mai 2020 nur noch rund 17 Prozent der Beschäftigten ohne Homeoffice, 2017 waren es noch über 60 Prozent. Bei 18 Prozent der Beschäftigten, die ausschließlich im Betrieb arbeiteten, verhinderte der Wunsch nach einer Trennung von Beruf und Privatem das Arbeiten von zu Hause, vor der Pandemie galt dies noch für rund 50 Prozent. Am stärksten aber sank der Anteil der Befragten, die aufgrund einer erschwerten Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen nicht im Homeoffice arbeiteten. 19 Prozent der Beschäftigten nannten diesen Grund, vor der Pandemie waren es noch 70 Prozent.

Doch trotz vieler positiver Aspekte des Arbeitens von zu Hause gibt es auch eine pandemiebedingte Kehrseite. Homeoffice wird von Frauen, insbesondere von denjenigen mit pflegebedürftigen Familienmitgliedern als etwas belastender wahrgenommen.
Auch wenn noch Ungewissheit darüber besteht, wann die Pandemie vollständig überwunden werden kann, so wird es eine Zeit danach geben, dieweniger Einschränkungen im Arbeitsalltag erfordert als aktuell. Für die Zukunft wünschen sich fast alle Beschäftigten,deren Tätigkeit hierfür geeignet ist, einen gewissen Teil ihrer Arbeit zu Hause zuerledigen. Viele präferieren dabei einen flexiblen Einsatz von Homeoffice. Die Mehrheit tendiert aber zu einer regelmäßigen Nutzung, oft besteht dabei der Wunsch nach zwei oder drei Homeoffice-Tagen pro Woche. Eine komplette Rückkehr zum Präsenzbetrieb wünschen sich hingegen nur wenige. Es ist daher davon auszugehen, dass der Homeoffice-Anteil mit Abklingen der Pandemie zwar ein Stück weit von dem aktuell sehr hohen Niveau sinken wird. Die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort dürfte aber in Zukunft zumindest für einen Teil der Beschäftigten eine größere Rolle spielen als vor der Pandemie. Insbesondere in größeren Betrieben hat ein Umdenken hin zu einer vermehrten Homeoffice-Nutzung in der Zukunft eingesetzt. Umso wichtiger ist daher die frühzeitige Auseinandersetzung mit langfristigen und einvernehmlichen Lösungen hinsichtlich der Arbeitsplatzausstattung und -gestaltung, in der Arbeitgeber, Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte,Sozialpartner und die Politik gleichermaßen gefragt sind. Formellen Regelungen innerhalb des Be-triebes kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Aktuelle Ergebnisse einer IAB-Studie zeigen, dass Betriebe mit Betriebsvereinbarungen einem größeren Anteil der Belegschaft die Homeoffice-Option anbieten als Betriebe ohne formelle Regelungen.

Datenbasis für die Analysen sind das „Hochfrequente Online Personen Panel“ aus der Befragung „Leben und Erwerbstätigkeit in Zeiten von Corona“ (HOPP) und die Corona-Zusatzbefragung des Linked Personnel Panel (LPP) des Projektes „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“.