Studie: Weiterbildung sichert den Job

Karrieresprünge aber unwahrscheinlich

Wer das Abitur nachholt, neben dem Job noch ein Studium absolviert oder den Meister macht, hat gute Chancen auf einen höher dotierten Posten. Ob das auch für die vielen kleineren Fortbildungen gilt, an denen Arbeitnehmer*innen regelmäßig teilnehmen, haben Christian Ebner vom Karlsruher Institut für Technologie und Martin Ehlert vom Wissenschaftszentrum Berlin untersucht. Mit Förderung der Hans-Böckler-Stiftung haben sie die Werdegänge von gut 6.000 Beschäftigten im Zeitraum von 2009 bis 2016 ausgewertet, um herauszufinden, wie sich die Teilnahme an sogenannter non-formaler Weiterbildung auf die berufliche Entwicklung auswirkt. Das Ergebnis der Untersuchung: Wer sich weiterbildet, behält eher seinen Job. Karrieresprünge sind durch die Teilnahme an den Schulungen allerdings unwahrscheinlich. 

»Betriebliche Weiterbildung scheint den Verbleib auf der aktuellen Position zu fördern und Mobilität – egal in welche Richtung – entgegenzustehen«, konstatieren Ebner und Ehlert. An diesem Ergebnis ändere sich auch nichts, wenn man weitere Faktoren wie individuelle Weiterbildungsanstrengungen und Qualifikationen einbezieht oder Privatwirtschaft und öffentlichen Dienst getrennt untersucht. Als Kernbefund bleibe festzuhalten, »dass das Motto Aufstieg durch Bildung nicht auf jegliche Form der Bildung verallgemeinerbar ist und zumindest für die non-formale berufliche Weiterbildung kaum Gültigkeit hat«.

Die Befunde seien allerdings keineswegs als »Schmälerung der Bedeutung von Weiterbildung« zu verstehen, schreiben die Wissenschaftler. Denn Weiterbildung beuge schließlich individuellen Abstiegen vor und ermögliche damit stabile Erwerbsverläufe. Offensichtlich hätten Arbeitgeber ein großes Interesse daran, Beschäftigte mit den nötigen Fähigkeiten und Kenntnissen auszustatten, um veränderten Aufgaben und Anforderungen erfolgreich begegnen zu können.

Quelle: Böckler-Impuls, Ausgabe 1/2019.

Mehr dazu: www.boeckler.de/118089_118097.htm