Sicheres Arbeitsverhältnis wichtig für psychische Gesundheit

Psychische Belastungen in Gefährdungsbeurteilung integrieren

Frauen sind der Untersuchung zufolge häufiger als Männer von psychischen Erkrankungen wie Depressionen betroffen oder leiden unter Burn-Out.Prof. Dr. Sabine Rehmer ist Studiengangsleiterin im Masterstudiengang Arbeits- und Organisationspsychologie an der SRH Hochschule für Gesundheit: „Ein sicheres Arbeitsverhältnis ist ein wichtiger Grundstein, wenn es um psychische Gesundheit geht. Wenn darüber hinaus die Arbeit viele gesundheitsförderliche Aspekte, wie bspw. verfügbare Handlungsspielräume, Lernmöglichkeiten und soziale Unterstützung hat, dafür aber wenig gesundheitseinschränkende Aspekte, wie bspw. hohe Arbeitsintensität, Ungerechtigkeiten oder wenig Abwechslung in seiner Arbeit, dann kann Arbeit die psychische Gesundheit nachweislich positiv unterstützen.“

Die deutliche Zunahme psychisch bedingter Arbeitsausfälle zeigt jedoch, dass der Idealzustand noch nicht erreicht ist. Ein mögliches Instrument, um diesen zu erreichen, sei die Integration psychischer Belastung in die Gefährdungsbeurteilung. Diese zeigt final, welche Arbeitsbedingungen gesundheitsförderlich oder -gefährend sind. Aus praktkischer Sicht stellt sich die Frage, wo Unternehmen am besten anfangen können. Zugrunde liegen sollte der Grundsatz „Stärken stärken und Schwächen schwächen“. Arbeitsbedingungen sollten immer gemeinsam mit den Arbeitnehmer*innen ermittelt, gestaltet, geprüft und beurteilt werden. Der Sinn einer Gefährdungsbeurteilung sei es, „nicht Menschen psychisch zu beurteilen, sondern Arbeitsbedingungen bezüglich ihrer gesundheitsförderlichen und ihrer gesundheitseinschränkenden Wirkung“ zu beurteilen, weiß Prof. Dr. Sabine Rehmer. Um Arbeitsbedigungen nachhaltig verbessern zu können, sollte die Gefährdungsbeurteilung als Grundlage dienen um Schritt für Schritt Prozesse zu entwickeln bzw. anzupassen.

Quelle: SRH Hochschule für Gesundheit