Schutzmaßnahmen umsetzen und überprüfen

Verpflichtend für Betriebe

Das Bundesarbeitsministerium für Arbeit und Soziales hat jüngst die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel veröffentlicht. Ein Interview mit Andrea Fergen von der IG Metall.

Wie zufrieden bist Du mit der Regel?
Andrea Fergen: Für die neue Arbeitsschutzregel haben wir als IG Metall uns stark gemacht. Obwohl die Arbeitgeber massiv dagegen waren, sind Schutzmaßnahmen zur Corona-Prävention im Betrieb nun verpflichtend. Das bedeutet: Die Arbeitgeber müssen jetzt ihre Gefährdungsbeurteilung aktualisieren und die Einhaltung von Schutzmaßnahmen wie Abstand und Hygiene überprüfen. Bei den Maßnahmen gilt das TOP-Prinzip, also der Vorrang von technischen und organisatorischen vor personenbezogenen Schutzmaßnahmen. Diese verbindlichen Anforderungen dienen dem Schutz der Gesundheit.

Die Regel verlangt von den Arbeitgebern wirksame Präventionsmaßnahmen. Welche sind das?
Fergen: Die Maßnahmen umfassen technische Aspekte wie etwa die Einrichtung von Sicherheitsabständen zwischen den Arbeitsplätzen oder die Lüftung von Räumen, organisatorische Aspekte wie versetzte Pausenzeiten oder Homeoffice. Wo das nicht umsetzbar sein sollte, greifen personenbezogene Maßnahmen. Mittlerweile gehören Abstands- und Hygieneregeln zum Alltag in den Betrieben.

Alles also in Ordnung?
Fergen: Betriebsräte berichten, dass technische und organisatorische Maßnahmen allzu oft nicht prioritär umgesetzt werden. Stattdessen werden Masken verteilt. Die kann man allerdings nicht den ganzen Tag tragen. Für Mund-Nase-Schutz gilt: Nach 120 Minuten eine halbe Stunde ohne Maske durch Tätigkeitswechsel oder Erholungspause.

Was ist jetzt vor allem wichtig?
Fergen: Zu Beginn der kühleren Jahreszeit, die mit Infekten einhergeht, ist besondere Vorsicht angezeigt. Wichtig ist daher, die Schutzmaßnahmen stetig zu prüfen.

Das Interview wurde dem Extranet der IG Metall, Ausgabe 16. September 2020, entnommen.

Quelle: IG Metall
Handlungshilfe Corona-Prävention: Beschäftigte im Betrieb schützen