Regelung zu Arbeitszeitkonten

Langzeitkonten seltener als Kurzzeitkonten

In einer Studie zu Arbeitszeitkonten der Hans-Böckler-Stiftung wurde unter anderem gefragt: Wie sehen Regelungen im Detail aus, die das Funktionieren von Arbeitszeitkonten sicherstellen sollen? Wie werden Fehlverläufe in Ordnung gebracht? Wer bestimmt, wie angesparte Zeitguthaben genutzt werden können? Welche Ziele werden mit Arbeitszeitkonten verfolgt? Welchen Einfluss haben Betriebsräte und Gewerkschaften auf die Gestaltung der Konten?

Einige der Ergebnisse: Rund ein Viertel der Kurzzeitkonten sind Ampelkonten, mit denen ein unbegrenztes Ansammeln von Zeitguthaben oder -schulden verhindert werden soll. Bei Ampelkonten hängt die Art und Weise, wie die Beschäftigten über das Kurzzeitkonto verfügen können, von der Ampelphase ab. In der unproblematischen Grünphase können sie weitgehend nach ihren Interessen darüber bestimmen, wann und wie sie die Zeitguthaben nehmen wollen. Dieses „Dispositionsrecht“ geht in der Gelb-, insbesondere aber in der problematischen Rotphase auf die Vorgesetzten über. Ampelkonten sind ambivalent, was die Verfügung über Zeitguthaben oder -schulden anbelangt.

Vereinbarungen über Langzeitkonten werden weitaus seltener als Kurzzeitkonten für alle Beschäftigten abgeschlossen. Bei den Zielen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Langzeit -und Kurzzeitkonten. Wettbewerbsfähigkeit erhalten und Produktionsschwankungen auszugleichen sind Ziele, die vorrangig betrieblichen Interessen dienen. Bei Langzeitkonten haben Ziele, die näher bei den Beschäftigteninteressen liegen, eine höhere Bedeutung: längerfristige Freistellungen für Weiterbildung, Sabbaticals oder vorzeitige Beendigung des Erwerbslebens.

Die Studie "Regelungsstrukturen von Arbeitszeitkonten" von Hermann Groß kann als PDF heruntergeladen werden.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung