(Keine) Zeit für Erholung?

Sonst steigen körperliche und psychische Beschwerden

Datengrundlage ist die repräsentative BAuA-Arbeitszeitbefragung 2017. Es wurden Daten von über 6.500 Vollzeitbeschäftigten zwischen 18 und 65 Jahren berücksichtigt. Erholung wurde mit dem Item „Ich fühle mich vor der Arbeit normalerweise vollkommen ausgeruht“ erfasst.

Die Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2017 zeigen, dass sich mehr als die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten (56 %) vor ihrer Arbeit erholt fühlt. Gleichzeitig geben 28 Prozent an, vor der Arbeit nur teilweise erholt zu sein und 16 Prozent berichten, sich vor Arbeitsbeginn nicht erholt zu fühlen.

Erholung spielt bei der Erhaltung der Gesundheit von Beschäftigten eine zentrale Rolle. Dies verdeutlichen die Zahlen der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2017: So berichten Vollzeitbeschäftigte, die vor ihrer Arbeit erholt sind, häufiger einen guten allgemeinen Gesundheitszustand (77 %) als solche, die sich vor Arbeitsbeginn nur teilweise (62 %) oder nicht erholt (57 %) fühlen. Zudem zeigen sich Zusammenhänge zwischen Erholung und körperlichen sowie psychischen Beschwerden.

Die Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Länge der wöchentlichen Arbeitszeit und der Erholung von Vollzeitbeschäftigten: Bei höherer Wochenarbeitszeit sinkt der Anteil der Vollzeitbeschäftigten, die sich vor Arbeitsbeginn erholt fühlen. Während dieser bei Beschäftigten, die pro Woche 35 bis 39 Stunden arbeiten, bei 60 Prozent liegt, liegt er bei Beschäftigten mit einer Wochenarbeitszeit von 60 Stunden oder mehr bei 50 Prozent.

Überstunden hängen ebenfalls mit der Erholung von Beschäftigten zusammen. So berichten Vollzeitbeschäftigte mit bis zu zwei Überstunden pro Woche häufiger erholt zu sein (60 %) als solche mit mehr als zwei wöchentlichen Überstunden (54 %).

Auch die Lage der Arbeitszeit ist für die Erholung von Beschäftigten von Bedeutung. Vollzeitbeschäftigte ohne Wochenend- oder Feiertagsarbeit sind beispielsweise häufiger erholt (61 %) als Vollzeitbeschäftigte, die regelmäßig samstags, sonntags oder feiertags arbeiten (51 %).

Insgesamt verdeutlichen die Daten der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2017 die Relevanz von Erholung für die Gesundheit von Beschäftigten. Lange und atypische Arbeitszeiten sowie hohe Flexibilitätsanforderungen an Beschäftigte gehen mit einer geringeren Erholung einher, Flexibilitätsmöglichkeiten von Beschäftigten hängen hingegen mit einer besseren Erholung zusammen. Länge, Lage und Flexibilität von Arbeitszeiten bieten somit Ansatzpunkte für betriebliche Maßnahmen zur Erholungs- und Gesundheitsförderung. Besonders zentral für die Erholung von Beschäftigten ist zudem, dass Pausen eingehalten werden und Ruhezeiten zwischen zwei Arbeitstagen beziehungsweise -schichten ausreichend lang sind.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
L. Vieten, C. Brauner: (Keine) Zeit für Erholung?. Repräsentative Zahlen der BAuA-Arbeitszeitbefragung zu Arbeitszeit, Erholung und Gesundheit in: baua: Bericht kompakt, 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020. Seiten 3

Pausen sind wichtig