Gute, gesunde Arbeit

ver.di-Broschüre zum Arbeitsschutz

Schon im 19. Jahrhundert war der Arbeitsschutz ein Kernthema der Arbeiterbewegung, schließlich ging es beim Thema Arbeitssicherheit um den Schutz der Gesundheit, der Arbeitsfähigkeit, und damit der Produktivkraft, die die Arbeitenden allein besaßen. Die Zeiten haben sich geändert. Die sozialen Sicherungssysteme sind, nicht zuletzt durch den Druck der Gewerkschaften, umfassend ausgebaut worden. So entschädigt etwa die gesetzliche Unfallversicherung heute die physischen und psychischen Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten. Das Arbeitsschutzrecht wurde modernisiert und mit dem Arbeitsschutzgesetz von 1996 ist die Gefährdungsbeurteilung mit daraus abgeleiteten passgenauen Schutzmaßnahmen und dem Ziel der menschengerechten Gestaltung der Arbeit in den Mittelpunkt gerückt. Durch diesen Gestaltungsauftrag im Gesetz wurde letztlich auch die betriebliche Mitbestimmung gestärkt.

Gleichwohl gibt es große Lücken: Die geltenden Rechtsvorschriften werden nur zum Teil umgesetzt; nur rund ein Fünftel der Betriebe führt eine vollständige Gefährdungsbeurteilung durch. Die Überwachungsbehörden in Deutschland kontrollieren ihre eigenen Vorschriften nicht konsequent und die Personalausstattung hierfür ist ebenfalls viel zu schwach.

Aber auch die Arbeitsbedingungen haben sich geändert. Mit der Flexibilisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse, mit der Ausweitung mobiler Tätigkeiten und mit der Digitalisierung der Arbeitsprozesse und Arbeitsbeziehungen sind ganz neue Anforderungen an die Prävention entstanden. Als Folge dieser Veränderungen ist eine deutliche Zunahme psychischer Belastungen und arbeitsbedingter Erkrankungen festzustellen. Hierauf muss mit einer Weiterentwicklung des Vorschriften- und Regelwerkes und des Berufskrankheitenrechts reagiert werden, sagt ver.di.

Die Broschüre kann gegen eine Gebühr von 3,50 € pro Stück inkl. MwSt, zzgl. Versand bestellt werden.

Quelle: ver.di