Entlastung gesucht

Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Frauen mit geringem Einkommen sind in der Regel in Erwerbsverhältnissen, die von „guter Arbeit“ weit entfernt sind. Das bedeutet zum einen, dass jeder Cent zählt, besonders für die Mütter. Das bedeutet zum anderen, die Vereinbarkeit mit Fürsorge für Kinder und/oder ältere Angehörige ist mit prekären Jobs noch schwieriger zu erlangen als mit anderen Jobs. Denn die Zeitsouveränität fehlt, und das Einkommen ist zu gering, um mögliche Betreuungslücken privat kompensieren zu können. Für allein stehende Frauen kommt hinzu, dass die Möglichkeiten des partnerschaftlichen Auffangens finanzieller Engpässe oder nicht abgedeckter Fürsorgebedarfe nicht vorhanden sind. Nicht zuletzt sind Frauen unterhalb der Mittelschicht von Abstiegs- und Altersängsten durchdrungen, selbst wenn sie mit ihrer aktuelle Lebenssituation zufrieden sind. Gleichzeitig kämpfen gerade Frauen mit geringem Einkommen auch um Anerkennung, denn ihr unter erschwerten Bedin-gungen erbrachter alltäglicher Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft wird nicht ausreichend gewürdigt.

In der Studie wird gefragt: Wie sieht ein „besseres Morgen“ für Frauen unterhalb der Mittelschicht aus; wodurch lassen sich ihre Lebensrealitäten verbessern? In Deutschland bestehen aufgrund unterschiedlicher historischer Ausgangslagen hinsichtlich des Selbstverständnisses von Frauen in Bezug auf Gleichberechtigung und Vereinbarkeit einige Unterschiede zwischen Ost und West. Die These ist: Auch 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution wirken diese Unterschiede nach. Eine Erkenntnis aus der Studie: Die hohe Zu-stimmung zu den geschlechter- und familienpolitischen Maßnahmen, die in den letzten Jahren auf den Weg gebracht wurden, zeigt: Der eingeschlagene Weg ist richtig. Aber er bringt noch nicht genug Entlastung für Frauen mit geringem Einkommen. Das „bessere Morgen“ ist für sie nicht absehbar – und auch nicht genug als Angebot der Sozialen Demokratie erkennbar. Die Studie liefert Ergebnisse und politische Handlungsempfehlungen, um Frauen mit geringem Einkommen ein „besseres Morgen“ zu eröffnen.

Quelle: fes