DGB nennt Bedingungen zum Home-Office

Arbeitszeiten erfassen und vergüten, Nicht-Erreichbarkeit gewährleisten

Das Bundesarbeitsministerium hat angekündigt, ein gesetzliches Recht auf Home Office für alle Arbeitnehmer*innen zu schaffen. Dabei will es die Argumentation umdrehen: In Zukunft sollen Arbeitgeber begründen müssen, warum sie dem Wunsch der Beschäftigten nach Heimarbeit nicht entsprechen. Der DGB begrüßt das Vorhaben, fordert aber klare Regelungen zum Schutz der Beschäftigten. Denn: Mobiles Arbeiten zu Hause ist alles andere als mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa sitzen und ein paar E-Mails verschicken. In der Praxis machen die Beschäftigten im Home-Office oft später Feierabend und haben größere Schwierigkeiten, abzuschalten, wie es in einer Stellungnahme des DGB heißt.

»Home-Office sollte grundsätzlich für alle Beschäftigten möglich sein, muss aber auch die nötige Sicherheit bieten, um unsichtbare Mehrarbeit und ständige Erreichbarkeit zu vermeiden«, sagt Annelie Buntenbach, Mitglied im DGB-Bundesvorstand. »Ein gesetzlicher Rahmen erhöht die Chance auf mehr Arbeitszeitsouveränität und gibt Rechtssicherheit. Die jüngsten Tarifverträge bieten für den Regelungsbedarf die nötige Orientierung.«

Fakt sei, dass Home-Office heute in vielen Betrieben nicht ermöglicht werde, obwohl es mit vielen Jobs bestens vereinbar wäre. Wenn Beschäftigte im Home-Office arbeiten, sei dies zumeist noch immer ungeregelt und führe oft zu unbezahlten Überstunden und Dauerstress. Entscheidend sei deshalb, dass die Arbeitszeit auch im Home-Office vollständig erfasst und vergütet und das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit eingehalten wird, weil auch im Home-Office Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleistet sein muss. Der Gesetzgeber müsse außerdem dafür sorgen, dass auch Beschäftigte, die von ihrem häuslichen Arbeitsplatz aus zum Beispiel ihre Kinder zum Kindergarten bringen oder von dort abholen, unfallversichert seien und Arbeit im Home Office durch Mitbestimmungsrechte flankiert werde.

»Wichtig ist, dass mögliche Ablehnungsgründe durch den Arbeitgeber eng gefasst werden, der Arbeitsplatz im Büro erhalten bleibt und Beschäftigte ihre Entscheidung ändern können. Home-Office sollte für die Beschäftigten stets freiwillig bleiben, denn viele wollen eine klare Trennung von Beruf und Privatleben.«

Quelle: DGB.