Aus dem Homeoffice zurück ins Büro

Kann mich der Arbeitgeber zwingen?

Kann der Arbeitgeber Beschäftigte zwingen, vom Corona-Homeoffice ins Büro zurückzukehren?
Das hängt davon ab, was zu Arbeit im Homeoffice vereinbart wurde (ob während oder bereits vor der Covid-19-Pandemie).
Generell gilt: Der Arbeitgeber darf das Arbeiten von zu Hause weder einseitig anweisen noch darf er ohne entsprechende Grundlage eine Vereinbarung zum Homeoffice - sofern es eine gab - einfach beenden. Er muss sich bei einer getroffenen Vereinbarung nach den Regeln, Fristen und Bedingungen richten, die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Beispiel in einer Betriebsvereinbarung festgehalten worden sind.
"Was nicht geht, ist die vollkommene Willkür und der Wildwuchs, den es durch die Corona-Pandemie beim Homeoffice auch gegeben hat und immer noch gibt" sagt Anja Piel, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Neben betrieblichen Regelungen (zum Beispiel einer Betriebsvereinbarung zum Homeoffice) seien deshalb künftig auch gesetzliche Regeln wichtig. "Wir erwarten, dass das Gesetz zu einem Recht auf Homeoffice wie angekündigt im Herbst kommt und klare Regeln zum Schutz der Beschäftigten und gegen die gefährliche Entgrenzung der Arbeit im Homeoffice schafft", sagt Anja Piel vom DGB.
Gilt bei der Rückkehr vom Corona-Homeoffice ins Büro für alle dasselbe? Was ist mit Risikogruppen?
Gegenüber besonders schutzbedürftigen Beschäftigten haben Arbeitgeber eine gesteigerte Fürsorgepflicht und müssen unter Umständen auch besondere Vorkehrungen treffen. Aufgrund ihrer generellen Fürsorgepflicht und der Vorgaben des Arbeitsschutzes, aber auch im betrieblichen Interesse müssen Arbeitgeber dafür sorgen, dass Beschäftigte ihre Arbeit ohne Ansteckungsrisiko erledigen können (ob bei Covid-19 oder anderen Krankheiten). Weil Unternehmen, Tätigkeiten und Arbeitsumfelder aber sehr unterschiedlich sind, gibt es beim Arbeitsschutz aber keine Standard-Lösung. Die Betriebe brauchen deshalb individuelle Arbeitsschutzkonzepte. Solche Konzepte müssen im Zusammenspiel mit dem Betriebs- oder Personalrat, den Betriebsärzten und den für die Arbeitssicherheit zuständigen Personen verabschiedet werden.
"Da sehen wir jetzt im akuten Fall auch Mängel durch die Versäumnisse beim Arbeitsschutz in den letzten Jahren, auf die die Gewerkschaften immer wieder nachdrücklich hingewiesen haben", sagt Anja Piel, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

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