»Algorithmen verbessern nicht per se Verwaltungs- und Alltagsprozesse«

Intransparente und unfaire Entscheidungen

Matthias Spielkamp ist Mitbegründer von »Algorithm Watch«, eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, automatisierte Entscheidungsprozesse in der Gesellschaft überprüfbar zu machen. Algorithmen entscheiden immer häufiger darüber, was man sich leisten kann. Weil mit Algorithmen etwa Kreditwürdigkeit überprüft wird. Algorithmen werden aber auch im Jobcenter eingesetzt und entscheiden darüber, ob Arbeitslose gefördert werden oder nicht.

Doch wie kommen die Entscheidungen zustande? Die Entscheidungen, sagt Spielkamp, seien nicht transparent. Der Einsatz von Algorithmen dürfe jedoch nicht dazu führen, dass wir nicht mehr Herr der Lage seien und uns den Prozessen ausliefern. »Algorithm Watch« hat einen Atlas der Automatisierung ins Leben gerufen. Darin lässt sich ablesen, welche Algorithmen wo genutzt werden.

Auch im Max-Planck-Institut für intelligente Systeme in Tübingen beschäftigt man sich mit Algorithmen. Die seien per se keine Verbesserung für Verwaltungs- und Alltagsprozesse. Die Logik, mit der Algorithmen Daten verarbeiten, seien grob und undefiniert.

Der gesamte Beitrag von Quarks vom 11. November 2020 zum Nachhören beim WDR, hörbar ab Minute 8:33 (bis 14:55).