Gebrauchstauglich­keit von Internet­seiten und Anwen­dun­gen in Browsern

Einheitlichkeit von Navigationselementen (Konsistenz)

Ähnlich wie in "gewöhnlicher" Software sollte auch ein Informationsangebot im Web oder eine Anwendung, die in einem Browser bedient wird, einheitliche Elemente mit einem einheitlichen Layout aufweisen. Diese geforderte Konsistenz gehört zu den Gestaltungsgrundsätzen der Norm DIN EN ISO 9241 Teil 110.

Das Layout eines Webangebotes oder einer Anwendung sollte auf allen Seiten in einem einheitlichen Stil gehalten sein. Dies betrifft besonders die Darstellung von Links z.B. in Bezug auf Farbwahl, Typografie oder Hintergrund. Hierzu gehört auch die Darstellung von Effekten, z.B. wenn die Maus über dem Link positioniert wird, ebenso einheitliche, verständliche und aussagekräftige Bezeichnungen wie für Links zum gleichen Ziel.

Informationsstruktur und Textstil

Darüber hinaus erleichtert ein einheitlicher und sinnvoller Aufbau einer Seite dem Nutzer die Orientierung. Webseiten sollten kurz und knapp gehalten werden und verständlich gegliedert sein. Details und Vertiefungen können auf gesonderte Seiten ausgelagert werden, die dann per Link bzw. einfachem Klick erreichbar sind. Dies ermöglicht es dem Nutzer, entsprechend seiner Interessenlage schneller zu navigieren.

Die Gliederung kann den Informationen vorangestellt werden und Links zu den entsprechenden Textstellen enthalten. Der Leser hat so die Möglichkeit, den Inhalt zu überschauen und zu beurteilen, ob er für ihn interessant bzw. wichtig für seine Arbeitsaufgabe ist oder nicht.

Auch ein schlechter bzw. unangemessener Schreibstil sollte vermieden werden. Hierzu gehören lange verschachtelte Sätze. Wichtig ist vielmehr ein Schreibstil, der einfache und prägnante Satzstrukturen bevorzugt und Überflüssiges vermeidet, z. B. aktive statt passive Satzkonstruktion, oder keine überflüssigen oder redundanten Sätze oder Satzteile.

Geeignete Schrifttypen und Schriftgröße

Im allgemeinen gelten Schriften mit Serifen wie Times aufgrund ihrer prägnanteren Form der Buchstaben als besser lesbar. Dies gilt aber nicht für kleine Schriftgrößen am Bildschirm, da wegen der Auflösung kurvige Linien der Schrift nur unzureichend dargestellt werden.

Der speziell fürs Web entwickelte Font Verdana, in dem auch die Seiten von ergo-online gesetzt sind, eignet sich sehr gut. Hier ein Beispiel:

Times New Roman 8 pt:
Dies ist ein Absatz in der Serifenschrift Times New Roman. Diese Schriftart wird zwar in Zeitungen verwendet, aber sie ist bei kleiner Schriftgröße am Bildschirm nicht gut lesbar. 

Verdana 8pt:
Dies ist ein  Absatz in der serifenlosen Schrift Verdana. Diese Schriftart ist bei kleiner Schriftgröße am Bildschirm besser lesbar.

Hoher Kontrast zwischen Schrift- und Hintergrundfarbe  

Ein hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund verbessert die Lesbarkeit der Seiten. Die beste Lesbarkeit ist bei einer schwarzen Schrift auf weißem Grund gegeben (der sog. "Positivdarstellung"). Besonders schwer lesbar ist blaue oder rote Schrift auf schwarzem Hintergrund oder gelbe Schrift auf weißem Hintergrund:

    Darüber hinaus sind einige Farbkombinationen wie blau auf rot oder grün auf blau zu vermeiden:

      Hervorhebungen

      Texte können durch eine fette Schrift hervorgehoben werden. Vermieden werden sollte Kursivschrift, denn diese ist bei der üblichen Größe der Schrift am Bildschirm deutlich schwerer zu lesen, was auch auf GROSSBUCHSTABEN zutrifft. Unterstreichungen sollten im Web nicht verwandt werden, da sie zur Darstellung von Links genutzt werden und dadurch verwechselt werden können. Aufzählungen sollten entsprechend mit Spiegelstrichen (oder ähnlichem) versehen werden.

      Auflockerung durch Abstände zwischen Zeilen und Absätzen

      Wichtig für die Lesbarkeit eines Textes sind Unterteilungen durch Zwischenräume und Abstände. Sie sind auch für ein Überfliegen oder schnelles Querlesen förderlich. Lange Absätze sollten deswegen in mehrere kleinere aufgeteilt werden. Eine weitere Möglichkeit, der "Verdichtung" von Text entgegenzuwirken und die Lesbarkeit zu erhöhen, ist das Vergrößern des Zeilenabstands.

      Bei zu langen Satz- oder Spaltenbreiten verliert das menschliche Auge leicht die Linie beim Zeilenwechsel. Deshalb werden z.B. Tageszeitungen in mehreren Spalten gesetzt. Bei den immer häufigeren breiten Bildschirmen sollten sich Texte nicht über die gesamte Bildschirmbreite erstrecken. Wenn die Zeilenlänge nicht schon durch Freiflächen oder Grafiken begrenzt ist, ist es ratsam den Text mehrspaltig anzuordnen oder die Zeilenlänge zu begrenzen.

      Inhalt dieses Artikels

      1. Einheitlichkeit von Navigationselementen (Konsistenz)
      2. Navigation
      3. Funktionieren Webseiten oder Anwendungen auch wirklich mit allen (üblichen) Browsern?