Benutzerzentrierte Soft­ware­gestal­tung

Benutzerzentrierte Softwaregestaltung

Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher Systeme

Bei der Gestaltung von Software müssen Informationen (z.B. Gruppierung von Informationen, Verwendung von Schriften und Farben) und Dialoge gestaltet werden (z.B. Fenster, Menüs). Dabei sind viele Gestaltungsentscheidungen zu treffen.

Diese sollten in einem bewährten Prozess ermittelt und getroffen werden, der von der Norm DIN EN ISO 9241-210:2010 gefordert wird.

Bild 1: Prozess zur Gestaltung gebrauchtauglicher interaktiver Systeme (aus DIN EN ISO 9241-210:2010)

    Einbeziehen des Benutzers bei der Analyse des Nutzungskontexts

    Nach der Norm DIN EN ISO 9241-11 ist es notwendig, bei den Gestaltungsentscheidungen Benutzer und ihren Nutzungskontext zu berücksichtigen.  In der Norm DIN EN ISO9241-210 (2010) wird von benutzerorientierter oder -zentrierter Gestaltung interaktiver Systeme gesprochen.

    Der Begriff "benutzerorientiert" ist folgendermaßen zu verstehen: Bereits bei der Gestaltung von Benutzungsschnittstellen werden die Belange potentieller Benutzer (d.h. der Zielgruppe) berücksichtigt. Dabei werden im Vorfeld Benutzer aktiv in den Prozess eingebunden. Der Nutzungskontext wird zusammen mit dem Benutzer aktiv vor Ort am Arbeitsplatz untersucht. Zusätzlich können hierzu Dokumente und Beschreibungen herangezogen werden.

    Aufgabenbeschreibungen eines Arbeitsplatzes enthalten oft nur eine formale Darstellung der Aufgabe. Sie enthalten zum einen oft keine genauen Tätigkeitsabläufe oder andere wichtige Details. Zum anderen besteht meist ein Unterschied zwischen der formal ermittelten Aufgabe und der Information über eine Aufgabe, die im Nutzungskontext mit dem Benutzer ermittelt wurde. Letztere enthalten Informationen, wie ein Mitarbeiter die Aufgabe versteht und tatsächlich bearbeitet. Bei der Gestaltung der Benutzungsschnittstelle müssen diese Informationen berücksichtigt werden.

    Trotz iterativer bzw. zyklischer Natur des Prozesses: Wird der Nutzungskontext nicht detailliert und in einem frühen Stadium des Softwareentwicklungsprozesses analysiert, kann das erhebliche Kosten und Verzögerungen im Projekt bedeuten. Das Einbringen neuer Funktionen in einem späten Stadium der Softwareentwicklung ist sehr viel teurer als in einem frühen Stadium. Eine ungenaue Analyse des Nutzungskontextes kann auch dazu führen, dass teuer entwickelte Funktionen einer Software von den Benutzern nicht benötigt oder akzeptiert werden.

    Inhalt dieses Artikels

    1. Benutzerzentrierte Softwaregestaltung
    2. Anforderungen
    3. Evaluation