Grundsatz Steuerbarkeit

Definition

"Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist."

Erläuterung
Dieser Grundsatz befasst sich mit den Möglichkeiten des Benutzers, die Bedienung und damit die Arbeit mit dem Programm zu beeinflussen. Wenn entsprechende Elemente zur Verfügung gestellt werden, kann man sich z.B. entscheiden, die Arbeit an einer bestimmten Stelle im Programm zu unterbrechen, um an einer anderen Stelle des selben Programms weiter zu arbeiten. Entscheidend ist dabei, dass die Anwendung diese Möglichkeiten zur Verfügung stellt, um so Arbeitsabläufe und Dialogschritte an eigene Erfordernisse anpassen zu können.

Beispiel 1: Unterstützung der Navigation in einem Dokument

Ein Beispiel zur Erhöhung der Steuerbarkeit ist, Navigationserfordernisse zu unterstützen. So kann im Adobe Reader eine Navigationsleiste mit Seitenminiaturen angezeigt werden, mit der eine bestimmte Seite eines Dokuments (als verkleinerte Vorschau) ausgewählt werden kann. Dies macht die Anwendung steuerbarer, vor allem auch deswegen, weil Navigationsleiste und Dokument gleichzeitig angezeigt werden können.

Weniger steuerbar wäre es, wenn zur Navigation ein zusätzliches Fenster angezeigt wird, in dem nur die Seitenzahlen eingebbar sind, das zudem nicht nur immer wieder geschlossen werden muss, sondern auch das Dokument verdeckt. Dadurch müsste umständlich das Navigationsfenster immer wieder auf- und zugemacht werden, um zwischen durch zu prüfen, ob die richtige Stelle im Dokument erreicht ist.

Bild 1: Unterstützung der Seitennavigation durch Seitenminiaturen im Adobe Reader, die links parallel zum Dokument angezeigt werden (Quelle: Adobe Systems)

    Beispiel 2: Wechselmöglichkeiten zwischen Fenstern

    Ein weiteres Beispiel zur Erhöhung der Steuerbarkeit ist die Wechselmöglichkeit zwischen Fernstern. So bietet z.B. das Mailprogramm von Opera (oder andere vergleichbare Mailprogramme) volle Flexibilität bei der Anzeige von Ordnern (z.B. Posteingang) und Mails. Jeder Ordner und jede Mail kann in einem Reiter geöffnet werden. Dadurch muss nicht immer ein Fenster geschlossen werden, um in einem nächsten weiter zu arbeiten (wodurch bestimmte Anpassungen wie z.B. Spaltenbreiten evtl. verloren gehen).

    Bild 2: Unabhängige Mailfenster als Reiter in Opera Mail (Quelle: Opera Software)

      Die Vorteile für die Steuerbarkeit liegen klar auf der Hand: Mehrere Mails, der Posteingang oder der Postausgang können unabhängig voneinander bearbeitet werden, ohne sie schließen zu müssen. Ein kurzer Check im Posteingang ist jederzeit möglich, ohne den Status in den weiteren Mailreitern verändern zu müssen.

      Auch ein zweites Hauptfenster von Opera kann parallel geöffnet werden, um dieses dann als Anwendungsfenster in der Taskleiste auswählen zu können. Diese Umsetzung von Steuerbarkeit steht für Arbeitssituationen in anderen Programmen, z.B. zum beim Bearbeiten von Kundendaten.

      Inhalt dieses Artikels

      1. Definition