Grundsatz Selbst­beschrei­bungs­fähigkeit

Definition

"Ein Dialog ist in dem Maße selbstbeschreibungsfähig, in dem für den Benutzer zu jeder Zeit offensichtlich ist, in welchem Dialog, an welcher Stelle im Dialog er sich befindet, welche Handlungen unternommen werden können und wie diese ausgeführt werden können."

Erläuterung
Selbstbeschreibungsfähigkeit wird erzielt, wenn der Benutzer durch die Gestaltung der Informationen auf dem Bildschirm in der Lage ist, sich im Programm zurechtzufinden und dieses zu verstehen. Im Wesentlichen geschieht dies über Text, weniger über Symbole oder die Art der Steuerelemente. Er sollte sich stets darüber im Klaren sein können, wo er sich gerade im System befindet, wie er dorthin gekommen ist und was er als nächstes tun muss, um sein Arbeitsziel zu erreichen.

Beispiel 1: Systemmeldungen

Eine Datei ist verschoben worden, so dass über ihre Verknüpfung die Datei vom System nicht mehr gefunden werden kann. Für diesen Vorgang wird eine Meldung "Fehlende Verknüpfung" angezeigt:

Bild 1: Systemmeldung (Quelle: Microsoft)

    Diese Meldung ist selbstbeschreibungsfähig, weil sie den gerade stattfindenden Prozess erläutert. Die Labels auf den Schaltflächen und der Meldungstext weisen den Anwender auf die vorhandenen Möglichkeiten hin - selbst durchsuchen oder abbrechen.

    Grundsätzlich ist es bei länger andauernden oder komplexeren Programmvorgängen sinnvoll, statt einer Sanduhr eine Meldung mit einem erklärenden Text anzuzeigen. Systemaktivitäten, wie hier das "Durchsuchen" des Systems nach einer Datei, sollten dem Benutzer mit Text erläutert werden. Dadurch weiß der Benutzer, was das System macht. Für das "normale" Speichern einer Datei reicht dagegen eine Sanduhr und/oder eine Kurzmeldung in der Statuszeile aus.

    Beispiel 2: Selbstbeschreibungsfähiger Text auf Anfrage

    Über die rechte Maustaste oder die Schaltfläche mit dem Fragezeichen rechts oben im Fenster und einem anschließenden Klick auf das Feld können kontextabhängige Hilfetexte angezeigt werden, die zur Selbstbeschreibungsfähigkeit des Fensters beitragen.

    Bild 2: Selbstbeschreibungsfähigkeitsfördernder Text (Quelle: Microsoft). Hinweis: In neueren Betriebssystemen kann es sein, dass diese Möglichkeit entfällt.

      Beispiel 3: Fensterschaltflächen

      Fensterschaltflächen sind Aktionsmöglichkeiten, die für den Dialog bzw. das Fenster zur Verfügung stehen. Auch sie können die Selbstbeschreibungsfähigkeit erhöhen. So kann der Benutzer im Beispiel unten das Fenster nur Schließen, statt Minimieren. Dies signalisiert, dass es sich um einen Dialog handelt, der erst bearbeitet und geschlossen werden muss, um wieder an das Ausgangsfenster bzw. darunter liegende Fenster zurückzukommen. Eine Minimieren-Schaltfläche anzeigen, würde signalisieren, dass der Dialog nicht geschlossen werden muss, um zwischendurch einen anderen Dialog fertig zu stellen.

      Durch ein konsistentes Dialogprinzip erhöht sich die Selbstbeschreibungsfähigkeit, da ist ersichtlich, woher man kommt und was man im aktuellen Fenster erledigen kann.

      Bild 3: Fensterschaltflächen dienen auch der Selbstbeschreibungsfähigkeit (Quelle: Microsoft)

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        1. Definition