Ergonomie gegen Mausarm

Mausarbeit mit Problemen

Wie zu Beginn schon angeführt, benötigt man für die PC-Arbeit unter einer grafischen Benutzungsoberfläche irgendeine Art von Zeigegerät, um z.B. angezeigte Symbole auswählen zu können. Dass die meisten PC-Benutzer für diesen Zweck eine Maus einsetzen, hat gewichtige Gründe: Sie ist klein, leicht, preiswert und arbeitet trotzdem präzise. Wenn man die Summe aller positiven Eigenschaften der diversen „Eingabemittel“ errechnet, nimmt die Maus unter den Zeigegeräten (etwa im Vergleich mit Trackball oder Touchpad) einen besonders hohen Rang ein. Funktional wird sie bestenfalls noch von einem Grafiktablett übertroffen. Dieser Unterschied ist auch aus gesundheitlichen Gründen wichtig und wird deswegen unten weiter erklärt.

Preislich gesehen können zwischen diesen beiden Eingabemitteln jedoch ganze Welten liegen. So vorteilhaft eine Maus auch ist, sie besitzt doch einige Nachteile, die bei intensiver Nutzung sogar zum sogenannten „Mausarm“ führen können. Dieser meldet sich anfangs leise als ein sanfter Schmerz im Ellenbogengelenk, der wieder verschwindet, wenn man weniger häufig mit der Maus arbeitet. Diese Anfälle können sich aber steigern, bis man nicht einmal mehr in der Lage ist, die Maus auch nur anzufassen, ohne dass es im Ellenbogengelenk und noch etwas stärker an der Schulter brennt. (Diese Symptome werden auch unter dem Begriff RSI zusammengefasst.) Nach diesem Stadium kann es Jahre der „Mausabstinenz“ brauchen, bis man wieder einigermaßen schmerzfrei eine Maus bedienen kann. Wobei die Schmerzen meist nur die typischen Mausbewegungen betreffen. Hammerschwingen oder Holzhacken sind also problemlos möglich; auch alternative Eingabegeräte kann man benutzen, wenn Handhaltung und -bewegungen deutlich anders sind als bei der Mausbenutzung.

Abb. 3: Handgelenk- und Armstellung bei herkömmlicher und alternativer Vertikal-Maus. (Quelle: Computer und Arbeit)

    Es ist daher ratsam, sich bereits bei recht leisen Schmerzen zu schützen. Noch besser ist selbstverständlich eine vernünftige Vorbeugung (Prävention), die greift, ehe man Schmerzen bekommt. Hierfür ist es wichtig zu wissen, wodurch die Beschwerden verursacht werden. Es sind insbesondere folgende Gründe, die zu den typischen Mausarmbeschwerden führen, allein oder häufiger noch in Tateinheit mit mehreren:

    1. Fast jede Maus bewirkt eine Biegung des Handgelenks nach außen, wenn man deren Tasten bedienen will. Und wie jede erzwungene Haltung kann auch diese je nach Dauer und Häufigkeit zu Beschwerden führen.
    2. Die Maus ist ein „relatives“ Zeigegerät. Man muss also mehrere kreisende Bewegungen machen, bevor der gewünschte Punkt auf dem Bildschirm erreicht wird. Die Wiederholung solcher Bewegungen stellt aber eine erhebliche Beanspruchung dar. Diese Beanspruchung ist um so höher, je enger der Platz ist, der für die Maus zur Verfügung steht und je weiter dieser von der Körpermitte entfernt liegt. Hier liegt auch ein wichtiger Vorteil für eine Kompakttastatur: Die Maus kann näher bei der Körpermitte bedient werden und hat dazu noch mehr Bewegungsfläche zur Verfügung.
    3. Wie man unschwer an der Abb. 3 erkennen kann, muss der Arm etwa 70º von der neutralen Haltung aus zum Körper hin verdreht werden, damit die Hand die Maus fassen und ihre Tasten erreichen kann – auch dies ist eine Beanspruchung, die zum Entstehen eines Mausarms beiträgt.
    4. Zumindest Schnell- und Vielschreiber sollten ihren Arbeitsplatz so einstellen, dass ihre Unterarme von der Horizontalen nach unten abweichen. Genau dies führt dann aber dazu, dass das Handgelenk bei der Mausbenutzung abgeknickt wird – eine Haltung, die nach Meinung vieler Experten zum sogenannten „Karpaltunnel-Syndrom“ führt.

    Nur ein Teil dieser Probleme lässt sich durch eine gezielte Einstellung von Stuhl und Tischhöhe lösen. Wird viel mit der Maus gearbeitet, muss die Tischhöhe so eingestellt/gewählt werden, dass man das Handgelenk möglichst neutral hält, d.h. als gerade Verlängerung des Unterarms. Wer allerdings parallel zur Tastaturarbeit nur wenig mit der Maus arbeitet, sollte die niedrigere Tischposition wählen …

    Wenn in der Praxis alle diese Probleme häufig oder gar gemeinsam auftreten, können beim Benutzer Beschwerden entstehen bis hin zu Erkrankungen, die man nur durch eine Operation heilen kann. Damit stellt sich nun die Frage: Was bieten Mausalternativen?

     

    Mehr erfahren und aktiv werden