Ergonomie von Notebooks

Ergonomie bei der Arbeit mit Notebooks

Für die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen sind die Kriterien Sehabstand, Einstellbarkeit des Bildschirms, Zeichenkontrast und -helligkeit sowie Eingabemöglichkeiten (TastaturMausersatz) von besonderer Bedeutung. Für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen haben die DGUV und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 2019 einen Leitfaden herausgegeben.

Sehabstand

Der Sehabstand zum Bildschirm sollte mindestens 50 Zentimeter betragen, für reines Lesen in Ausschnittbereichen sind bis 65 Zentimeter Sehabstand zu empfehlen. Da die Bildschirme der tragbaren Rechner auch in ausreichender Größe (ab 17 Zoll) und ergonomischer Qualität angeboten werden, können sie als stationärer Bildschirm verwendet werden. Bei kleineren Notebookbildschirmen ist ein zusätzlicher externer Bildschirm anzuschließen. Empfehlenswert ist dann der Einsatz eines Gerätes ab 21 Zoll, das die Darstellung einer vollständigen DIN A4-Seite erlaubt. Das erfordert allerdings auch eine ausreichende Distanz. Bei großen (separaten) Bildschirmen ist mehr Abstand notwendig, allerdings nur, wenn der ganze Bildschirm betrachtet werden muss.

Blick nach unten

In der richtigen Höhe steht ein Monitor dann, wenn sich die oberste Zeichenzeile deutlich unterhalb der Augenhöhe befindet. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich die Augen bei nach unten gerichtetem Blick im Nahsichtbereich besonders gut an ihre Sehaufgabe anpassen können. Die Augen müssen sich bei nach unten gerichtetem Blick weniger anstrengen, um die nah gelegene Bildschirmoberfläche klar und scharf zu erkennen. Bei entspannter Körperhaltung liegt der Fixierlinienwinkel bei etwa 35° unter der Horizontalen. Die alte Regel „oberste Zeile in Augenhöhe“ ist also überholt. Die Fähigkeit der Augen, sich auf Entfernungen einzustellen und den Blick nach rechts und links abzustimmen, entscheidet darüber, ob wir ein exaktes und dreidimensionales Bild sehen und damit auch, ob wir verhältnismäßig anstrengungsfrei sehen können oder nicht. Diese Anpassungsfähigkeit des Auges ist vor allem im Nahbereich auch vom Blickwinkel abhängig. Je weiter die Blickrichtung nach oben geht, desto mehr Arbeit muss das Auge leisten, um sich im Nahbereich exakt einzustellen. Mit dem Blick nach unten ist zusätzlich der Vorteil verbunden, dass die Augenlider nicht mehr so weit geöffnet werden müssen und die Tränenflüssigkeit nicht so schnell trocknet.

Blickwinkel auf den Bildschirm. (Quelle: Richenhagen, Prümper, Wagner 2002, ergänzt)

    Notebookständer

    Notebookständer sollen helfen, die Höhe des Bildschirms frei einzustellen. Für große Menschen kann dies von Vorteil sein. Die Ständer können in der Praxis allerdings dazu führen einer zu hohen Positionierung des Bildschirms. Bei der Nutzung von Notebookständern ist also darauf zu achten, dass diese über eine flexible Höheneinstellung verfügen. Die DGUV riet 2015 vom Einsatz von Notebookständern, die den Bildschirm anheben und die Tastatur schräg stellen, allerdings ab, da „die Aufstellung des Notebooks ohne Notebookständer viel ergonomischer ist als mit.“

    Zeichenkontrast und -helligkeit

    Moderne Notebooks verfügen im Regelfall über die in der ArbStättV geforderte leichte Einstellbarkeit von Zeichenkontrast und -größe, Zeilenabstand und Bildschirm-helligkeit; zumeist werden dafür ausgewählte Funktionstasten genutzt oder die Einstellung erfolgt über die Systemeinstellungen.

    Docking Station

    Für tragbare Rechner werden sogenannte Docking Stations angeboten, die den Anschluss an ein Netzwerk und externe Geräte erleichtern sollen. Während früher der Rechner in die entsprechende Einheit eingeschoben wurde, ist bei aktuellen, oft dünneren und leichteren Notebook-Modellen häufig kein Platz mehr für den Anschluss an eine klassische Dockingstation an der Unter- oder Rückseite des Gerätes. Stattdessen werden externe Dockingstations immer beliebter.

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