Drucker – gesund und sicher einsetzen

Gefahrstoff Tonerstaub

Prinzipiell können Tonerstäube beim Kartuschenwechsel, bei Wartungsarbeiten und der Beseitigung von Papierstaus in die Raumluft gelangen. Geringe Mengen Tonerpartikel könnten zudem durch das Luftgebläse der Geräte im Raum verteilt werden, zusammen mit anderem Feinstaub und ultrafeinem Staub (Nanopartikeln).

In den Körper gelangt der Staub beim Einatmen oder beim Essen, wenn etwa mit verschmutzten Händen gegessen wird. Es besteht ein grundsätzliches Risiko, dass Menschen durch Giftstoffe in tonerhaltigen Geräten Gesundheitsschäden bekommen. Darauf weist die Interessengemeinschaft Tonergeschädigter (ITG) hin. Demnach können Tonerstäube schwere Atemwegserkrankungen, Hautprobleme, Reizungen der Schleimhäute, Reizhusten, Dauerschnupfen, Augenbrennen und unspezifische Erkrankungen, wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen sowie Fieber auslösen. Auch Krebs erregende Substanzen werden den Tonern nachgesagt. In einigen wenigen Fällen haben zuständige Behörden solche Gesundheitsschäden als Berufskrankheit anerkannt.

ÖKO-TEST warnte schon vor einiger Zeit

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST warnte vor einiger Zeit vor den Gesundheitsgefahren durch Laserdrucker (Vergleichstest 2001). Der Warnung ging eine Untersuchung von zehn Tonerkartuschen großer Hersteller für Laserdrucker voraus. Die Ergebnisse zeigten, dass die freigesetzten Substanzen gesundheitsschädlich sein können. Gefunden wurden krebsverdächtige Schadstoffe wie Nickel und Kobalt, Di- und Tributylzinn, Styrol und Phenol. Weitere aromatische Kohlenwasserstoffe steckten in meist geringen Mengen in allen untersuchten Proben. Ein Toner enthielt sogar Krebs erregendes Benzol. Diese Giftstoffe wurden sogar in Geräten festgestellt, die das Prüfsiegel „Blauer Engel" tragen. Bei einigen Laserdruckern lagen zudem die Ausdünstungen von Ozon und flüchtigen organischen Stoffen sehr hoch. Auch in den Tonern von Kopierern hat ÖKO-TEST solche Stoffe nachgewiesen, teils in Spuren, teils in zu hohen Konzentrationen.

Kritische Studienergebnisse - trotzdem Entwarnung durch Behörden

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hatte 2006 bei einer Studie unter realen Bürobedingungen deutlich erhöhte Raumluftbelastung mit Ultrafeinstaub durch Laserdrucker festgestellt. Hierbei spielt weniger die Konzentration, sondern vielmehr die Zusammensetzung mit giftigen Schwermetallverbindungen eine Rolle, die über die Atemwege in den Körper gelangen und chronischen Folgen haben könnte. Obwohl beim Einschalten der Geräte im Mittel eine Verdoppelung der Konzentration von ultrafeinen Partikeln festgestellt wurde, wurde aus Höhe der gemessenen Konzentrationen kein Zusammenhang mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen abgeleitet.

Im Jahr 2008 schloss das Bundesamt für Risikobewertung seine Studien mit der Bewertung ab, dass Emissionen aus Laserdruckern, -kopierern und Multifunktionsgeräten dazu beitragen können, unspezifische Symptome wie Schleimhautbeschwerden, Bindehautreizungen, Reizungen des Atemtraktes und der Rachenschleimhaut hervorzurufen. Schwerwiegende Gesundheitsschäden seien nicht beobachtet worden.

Dagegen argumentierte das Instituts für Umweltwissenschaften der Uniklinik Freiburg 2010 (Mersch-Sundermann et.al): Eine Dauerbelastung durch die Emissionen von Druckern und Kopierern kann zu einer Veränderung von menschlichen Zellen führen. Dies führen die Forscher auf die Feinstaubpartikel zurück und bewerten das Ergebnis als alarmierend.

Bedingte Entwarnung gibt der Abschlussbericht der Studie 2014, die die König-Maximilian-Universität München zusammen mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung zu Laserdruckeremission durchführte. Es seien keine belastbaren Hinweise darauf zu finden, dass Laserdruckeremissionen objektiv messbare Erkrankungsprozesse verursachen, die den von Betroffenen geschilderten Beschwerden entsprechen. Es seien zwar die Partikelkonzentrationen an den untersuchten Arbeitsplätzen höher als üblich gewesen, aber es konnten keine auf die Emissionen zurückführbare Änderungen der Lungenfunktionen oder Entzündungsmarker nachgewiesen werden. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass der Untersuchungszeitraum kurz war und keine Langzeitaussage getroffen werden kann. Aus Gründen der Belästigung rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weiterhin zu einer Aufstellung von Laserdruckern in getrennten Räumen.