Bildschirm­auf­stel­lung

Blendungen vermeiden: den richtigen Standort wählen

Bei der Aufstellung des Bildschirmgerätes ist darauf zu achten, dass Blendungen vermieden werden. Der Bildschirm sollte nicht direkt am Fenster oder davor stehen. Die Grafik in Bild 1 zeigt die ergonomische Anordnung.

Der Standort für den Bildschirm im Raum ist korrekt

  • wenn die Blickrichtung des Benutzers parallel zur Fensterfläche verläuft und
  • das Tageslicht und das Licht der künstlichen Beleuchtung seitlich auf die Arbeitsfläche fällt.

Bildschirmhöhe: deutlich nach unten schauen

In der richtigen Höhe steht der Monitor dann, wenn sich die oberste Zeichenzeile deutlich unterhalb der Augenhöhe befindet. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich die Augen bei nach unten gerichtetem Blick im Nahsichtbereich besonders gut an ihre Sehaufgabe anpassen können. Die Fähigkeit der Augen, sich auf Entfernungen einzustellen und den Blick nach rechts und links abzustimmen - Akkommodation und Konvergenz -, entscheidet darüber, ob wir ein exaktes und dreidimensionales Bild sehen und damit auch, ob wir verhältnismäßig anstrengungsfrei sehen können oder nicht. Diese Anpassungsfähigkeit des Auges ist vor allem im Nahbereich auch vom Blickwinkel abhängig. Je weiter die Blickrichtung nach oben geht, desto mehr Arbeit muss das Auge leisten, um sich im Nahbereich exakt einzustellen. Auch sind die Augen dann weiter geöffnet und werden nicht so gut mit Tränenflüssigkeit benetzt - eine Ursache für die Symptomatik von trockenen Augen.

Praktisch bedeutet das, dass sich die Augen bei nach unten gerichtetem Blick weniger anstrengen müssen, um die nah gelegene Bildschirmoberfläche klar und scharf sehen zu können. Die alte Regel „oberste Zeile in Augenhöhe“ ist nicht mehr angemessen. Insbesondere bei Trägern von Universal-Gleitsichtbrillen ist sie in der Regel nicht anzuwenden – diese Brillen sind im oberen Teil ihrer Brille auf Fernsicht eingestellt.

Die Blicklinie sollte leicht nach unten und senkrecht auf die Oberfläche fallen. Für eine entspannte Kopfhaltung wird die Blicklinie auf die Mitte des Monitors um etwa 35 Grad gesenkt (Bild 2. Und der Blick soll senkrecht auf die Bildschirmoberfläche auftreffen, um ein optimales Bild sehen zu können.

Bild 2: Blickwinkel auf den Bildschirm. (Quelle: Richenhagen, Prümper, Wagner 2002, ergänzt)

Bei leicht gesenktem Blick wird der Kopf weder zu sehr nach hinten gestreckt noch zu stark nach unten geneigt. Das beugt einer übermäßigen Beanspruchung des Nacken- und Schulterbereichs vor. Ermüdungsfreie Kopfhaltung ist hier das Ziel und ebenso gute Zeichenerkennung ohne Augenüberlastung. Die Verwaltungs-BG betont in einer Pressemeldung von 10/2012, dass ein tiefgestellter Bildschirm gut für den Nacken ist.

Für die Beschaffung ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Bildschirm weit nach unten gestellt werden kann. Am besten ist es, wenn der Bildschirm bis auf Tischplattenniveau abgesenkt werden kann. Ebenso ist eine ausreichende Neigbarkeit des Monitors nach hinten notwendig, hier sind mindestens 20 Grad gefordert. Nicht alle Hersteller bieten das. Einzelne Anbieter haben Arbeitstische mit versenkbarer Bildschirmebene im Programm, um große Bildschirme in optimaler Höhe aufstellen zu können.

Bild 3: Beispiel eines Arbeitstisches mit versenkbarer Bildschirmebene. (Quelle: BZ Plankenhorn)

Abwechslung sichern: Sitzhaltung und Bildschirmposition

Die Bildschirmhöhe sollte zum aufrechten Sitzen passen und muss sich leicht verändern lassen. Auch die Verstellung der Neigung des Monitors muss schnell möglich sein. Der Wechsel zwischen vorderer und hinterer Sitzhaltung beim dynamischen Sitzen und der Wechsel der Arbeit im Stehen und im Sitzen macht je nach Person eine Anpassung der Bildschirmposition erforderlich. Ideal sind hier Bildschirmschwenkarme.

Bild 4: Höhenverstellbarer Bildschirm mit Neigefuß-Technik ermöglicht ein Aufsetzen des Bildschirms auf dem Tisch. (Quelle: Fuitsu Siemens Computers)

Ausreichend Abstand für entspanntes Sehen

Sehabstände hängen von der Größe des Bildschirms ab oder der Größe des Bildschirmbereichs oder des Bildschirmfensters, in dem gearbeitet wird. Die steigenden Bildschirmgrößen erleichtern die Büroarbeit sehr, eine oder zwei vollstände DIN A4 Seiten lassen sich ab 24 Zoll gut darstellen. Das erfordert allerdings auch eine ausreichende Distanz. Der Sehabstand zum Bildschirm sollte mindestens 50 Zentimeter betragen, für reines Lesen in Ausschnittbereichen sind bis 65 Zentimeter Sehabstand zu empfehlen. Bei großen Bildschirmen ist mehr Abstand notwendig, allerdings nur, wenn der ganze Bildschirm betrachtet werden muss.

Eine Faustregel nach Norm DIN EN ISO 9241-306 berechnet den Sehabstand als Anwendungsbreite (Seitenbreite) x ≥ 1,9. Dann liegt das Bild im optimalen Betrachtungswinkel beidseitig der Mitte von je 15 Grad. Entscheidend für die Wahl der Bildschirmgröße und des Sehabstandes sind die Arbeitsaufgaben und das individuelle Sehvermögen sowie eine entsprechende Zeichengröße.

  • Ob größere Bildformate genutzt werden sollen, muss eine genaue Aufgabenanalyse ergeben. Immer gelten die ergonomischen Regeln: vermeiden von Verdrehungen von Kopf und Körper, Aufstellung in der Hauptblickrichtung, Aufstellung innerhalb des horizontalen und vertikalen Blickfeldes, Vermeidung ständiger Umstellung der Augen auf unterschiedliche Sehverhältnisse und eine ausreichende Tischtiefe für flexible Optimierung des Abstandes.
Tabelle 1: Richtwerte für Sehabstände Auge - Bildschirm. (Quelle: DGUV-Information 215-410: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung, ergänzt)

Zu beachten ist, dass der jeweilige Sehabstand die passende Zeichenhöhe benötigt. Sie muss auf die Sehentfernung eingestellt werden, denn bei hohen Auflösungen und großen Bildschirmdiagonalen ist die voreingestellte Schrifthöhe zu klein. Die meisten EDV-Programme ermöglichen heute eine Zeichenvergrößerung per Zoomfunktion. So soll ein Großbuchstabe bei 50 Zentimeter Abstand zwischen 3,2 bis 4,5 Millimeter und bei 80 Zentimeter Sehabstand zwischen 5,2 bis 7,3 Millimeter hoch sein.

  • Ein Wechsel des Sehabstandes - in passenden Grenzen - bringt eine positive Abwechslung für die Augen. Das sollte man ausprobieren.

Neigung des Monitors: Spiegelungen vermeiden

Wenn der Bildschirm wesentlich tiefer als früher üblich und zugleich auch deutlich geneigt positioniert werden soll, damit der Blick senkrecht auf die Bildschirmoberfläche trifft, kann es zu Spiegelungen kommen. Das passiert dann, wenn Leuchten direkt über dem Arbeitsplatz angebracht sind, Fenster keinen ausreichenden Blendschutz haben oder die Entspiegelung der Bildschirmoberfläche nicht ausreichend ist. Beleuchtungskonzept und Gerätequalität sind also für gute Ergonomie bei der täglichen Seharbeit bedeutsame Faktoren.

Inhalt dieses Artikels

  1. Kopfdrehung vermeiden: im zentralen Blickfeld
  2. Blendungen vermeiden: den richtigen Standort wählen
  3. Aufstellung eines Notebooks bei mobiler Arbeit

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