Vorsorge Augen

Wer hat Anspruch auf Vorsorge und Brille?

Die Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650 nennt als Voraussetzung für die Definition von "Beschäftigte im Sinne der Verordnung" entsprechend § 2 (3) BildscharbV vier Anforderungen, von denen drei erfüllt sein müssen:

  • zur Durchführung der Arbeit wird ein Bildschirmgerät benötigt, da zur Erzielung kein anderes Arbeitsmittel zur Verfügung steht
  • zur Durchführung der Arbeit mit dem Bildschirmgeräte werden besondere Kenntnisse und Fertigkeiten benötigt
  • das Bildschirmgerät wird in der Regel arbeitstäglich benutzt
  • die Arbeit am Bildschirmgerät verlangt hohe Aufmerksamkeit und Konzentration, weil Fehler zu wesentlichen Konsequenzen führen können

Für alle Beschäftigten, für die das zutrifft, hat der Arbeitgeber die Kosten von Augenuntersuchung und Bildschirmbrille zu tragen. Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI), der die Gewerbeaufsicht der Bundesländer repräsentiert, definiert Bildschirmarbeit als Tätigkeit, die ohne Bildschirm nicht ausführbar ist. Vorsorgeuntersuchungen und die speziellen Sehhilfen können laut LASI nur dann unterbleiben, wenn die Belastung durch Arbeit am Bildschirmgerät (die sich aus Intensität und Dauer dieser Arbeit ergibt) so gering ist, dass sie vernachlässigt werden kann.

Jeder Beschäftigte, der mindestens 30-45 Minuten seiner normalen Arbeitstages am Bildschirm verbringt, kann von dieser Regelung Gebrauch machen. Dies hat das Arbeitsgericht Neumünster entschieden (Aktenzeichen 4 Ca 1034b/99).