Vorsorge Augen

Sehhilfen am Bildschirmarbeitsplatz

Den Beschäftigten sind im erforderlichen Umfang spezielle Sehhilfen (Bildschirmbrillen) für ihre Arbeit an Bildschirmgeräten zur Verfügung zu stellen, wenn die Ergebnisse einer Vorsorgeuntersuchung ergeben, dass spezielle Sehhilfen notwendig und normale Sehhilfen nicht geeignet sind.

Die richtige Bildschirmbrille - entscheidend ist die Arbeitsaufgabe

  • Sie sollte entspiegelt sein, um störende Lichtreflexe auszuschalten.
  • Sie muss abgestimmt sein auf die notwendigen Distanzen zum Bildschirm, zur Vorlage, zu Kunden usw.
  • Sie berücksichtigt alle Arbeitsaufgaben.
Bild 1: Brille mit Bifokalgläsern. Bild 1: Brille mit Bifokalgläsern. © Verwaltungs- Berufsgenossenschaft, Sicherheitsreport 4/97
  • © Verwaltungs- Berufsgenossenschaft, Sicherheitsreport 4/97

Monofokalbrille: Wenn keine Leseaufgaben oder Publikumsverkehr zur täglichen Arbeit gehören, reichen Einstärkengläser völlig aus.

Bifokalbrille: Sind für den Job sowohl Leseaufgaben als auch Bildschirmeingaben erforderlich, eignen sich Brillen mit Zweistärken- oder Bifokalgläsern. Der Nahteil dient dann dem Lesen und der Fernteil ist auf die Entfernung zum Monitor abgestimmt. Auch bei Tätigkeiten mit Publikumsverkehr und Bildschirmarbeit sind Bifokalbrillen empfehlenswert. Es sollte eine möglichst hoch liegende Trennlinie zwischen Mitteldistanz zum Gerät und Fernbereich gewählt werden.

Trifokalbrille: Wenn am Arbeitsplatz sowohl Lese- als auch Bildschirmarbeit eine Rolle spielen und zusätzlich Publikumsverkehr besteht, können Trifokalbrillen sinnvoll sein. Diese korrigieren im unteren Bereich den Leseabstand, im mittleren die Entfernung zum Gerät und im oberen die Ferne. Der untere und mittlere Bereich sollte möglichst breit ausfallen, denn dies bietet ein bequemeres Sichtfeld.

Bild 2: Gleitsichtbrillen - für den Alltag und als Bildschrimbrille für den Nahbereich. Bild 2: Gleitsichtbrillen - für den Alltag und als Bildschrimbrille für den Nahbereich. Die grüne Zone markiert die Sehentfernung zum Bildschirm. © .
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Gleitsichtbrille: Gleitsichtbrillen erleichtern zwar den Arbeitsalltag und das Wechseln zwischen verschiedenen Brillen entfällt - sie haben allerdings einen entscheidenden Nachteil: in der mittleren Sehentfernung - und das ist die zum Bildschirm ist der Bereich zum scharfen Sehen sehr klein. Für die mittlerweile großen Bildschirme ist sie nicht geeignet und zwingt möglicherweise zu Kopfbewegungen um die gesamte Anzeigenfläche gut lesen zu können. Im Einzelfall sollte man es ausprobieren. Besser geeignet sind Gleitsichtbrillen für den Nahbereich, auch Raumgleitsichtbrillen genannt. Sie haben einen deutliche komfortableren breiten mittleren Sehbereich.

Eine Mehrstärkenbrille oder Gleitsichtbrille stellt kein Luxus dar, sondern eine medizinische Notwendigkeit, wenn mehrere Glasstärken für gutes Sehen am Arbeitsplatz benötigt werden, so urteilte das Landesarbeitsgericht Hamm (LAG Hamm v. 29.10. 1999 – 5 Sa 2185 (98).

Getönte Gläser

Getönte Gläser oder solche, die ihre Tönung automatisch den jeweiligen Lichtverhältnisse anpassen, eignen sich nicht für die Arbeit am Bildschirm, da sie durch eine Minderung des Kontrastes scharfes Sehen verringern.