Wohlbefinden, Gesundheit und Prävention arbeits­bedingter Erkrankungen

Gesetzlicher Auftrag zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren

Seit 1996 besteht der Auftrag an die Arbeitgeber zur Prävention nicht nur der Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sondern auch der arbeitsbedingten Erkrankungen im Betrieb. Die Staatlichen Arbeitsschutzbehörden und die Unfallversicherungsträger haben dabei den Aufgabe auf der Grundlage der Gesetze, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften die Umsetzung zu kontrollieren und dabei die Betriebe zu beraten.

Gesetzliche Grundlagen: Auftrag zur Prävention

Arbeitsschutzgesetz
§ 2 (1) Maßnahmen des Arbeitsschutzes im Sinne dieses Gesetzes sind Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen bei der Arbeit und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit.

§ 3 (1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen

Sozialgesetzbuch VII Gesetzliche Unfallversicherung
§ 1 (1) Aufgabe der Unfallversicherung ist es, … mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten.  

§ 14 (1) … Sie sollen dabei auch den Ursachen von arbeitsbedingten Gefahren für Leben und Gesundheit nachgehen. (2) Bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren arbeiten die Unfallversicherungsträger mit den Krankenkassen zusammen.

Sozialgesetzbuch V Gesetzliche Krankenversicherung
§ 20b (1) Die Krankenkassen fördern mit Leistungen zur Gesundheitsförderung in Betrieben (betriebliche Gesundheitsförderung) insbesondere den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen.

Die gesetzlichen Krankenkassen, unterstützen auf gesetzlicher Grundlage die Verhütung gesundheitlicher Risiken in Betrieben, und zwar durch direkte Maßnahmen und die Unterstützung der Betriebliche Gesundheitsförderung.

Krankenkassen und Berufsgenossenschaften sind zur Zusammenarbeit verpflichtet. In einem Kooperationsabkommen zwischen Krankenkassen und Berufsgenossenschaften zur Zusammenarbeit bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren ist die gemeinsame Strategie festgelegt. Der BKK Bundesverband, die Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV, der AOK- Bundesverband und der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) tragen gemeinsam Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) und initiieren darüber Forschung und bieten und Beratung, Vernetzung sowie Informationen für Betriebe an.

Dahinter steckt die Philosophie: Prävention hat Priorität und damit ein vorausschauendes menschengerechtes Gestalten der Arbeitsbedingungen, statt kostenaufwendige Reparaturen im Nachhinein.

Definitionen

Arbeitsbedingte Erkrankung und Berufskrankheit:

„Dazu zählen alle Gefahren für die Gesundheit eines Beschäftigten, die im Zusammenhang mit der Arbeit auftreten können. Dabei wird ein ganzheitlicher Gesundheitsbegriff zu Grunde gelegt, der physische, psychische und soziale Aspekte umfasst.“ (Deutsche gesetzliche Unfallversicherung DGUV)

Arbeitsbedingte Erkrankungen sind Gesundheitsstörungen, die ganz oder teilweise durch die Arbeitsumstände verursacht oder mitverursacht sind. Es können auch Erkrankungen sein, die sich durch Arbeitsbedingungen verschlimmern.

Berufskrankheiten müssen durch Nachweise des Beschäftigten durch die Arbeitsbedingungen verursacht sein und sie müssen als anerkannte Erkrankungen in der vom Bundesarbeitsministerium herausgegebenen Berufskrankheitenliste aufgeführt sein. Hier gibt es strenge versicherungsrechtlichen Anforderungen an das Anerkennungsverfahren.

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