Gesunde Ernährung im Büro

Zwischenstopp am Kiosk – sinnvoll wählen

In den Schlangen am Imbiss stehen heutzutage eher Unterwegsarbeiter als Wanderarbeiter. Hamburger, Döner und Currywurst landen nicht nur beim Handwerker im Magen. Doch kommt das zu häufig vor, dann bleibt die Vitamin- und Mineralstoffversorgung auf der Strecke. Zudem ist der Kalorien- und Fettgehalt für die Anzug-/Kostümfraktion zu hoch. Fruchtriegel, Vollkornkekse oder eine Tüte Trockenfrüchte mit Nüssen passen in jeden Aktenkoffer und helfen, der Verführung aus fettem Fast-Food zu widerstehen.

Bild 2: Zwischenmahlzeit. (Quelle: www.jobundfit.de)

Musste es doch einmal der fette Snack auf die Schnelle sein, dann den Rest des Tages für einen gezielten Ausgleich sorgen. Das bedeutet, Verzicht aufs Dessert und Zurückhaltung bei Süßigkeiten und kalorienhaltigen Getränke etc. Grundsätzlich gilt, wer zu anderer Zeit bewusst leicht isst, mit viel Obst und Gemüse/Salat als Grundlage, darf auch mal nach Herzenslust in die Bratwurst (oder den Teigfladen mit Schafkäse etc.) beißen. Verbote sind ungeeignet, um die Vorlieben für weniger empfehlenswerte Lebensmittel zu verändern. Besser ist es, sich ein gesundes Essverhalten (täglich Obst, Gemüse, Vollkorn-, Milchprodukte etc.) anzugewöhnen, das in die eigene Alltagsplanung passt und auch mal Fettes oder Süßes gestattet.

Halten Sie daher unterwegs gezielt Ausschau nach Obst- und Gemüseständen (die gibt es in jedem größeren Bahnhof, in allen Supermärkten, an vielen Straßenecken). Wählen Sie am Bäckerstand das belegte Vollkornbrötchen, bevorzugen Sie den chinesischen Imbiss, den Salatsnack, das Sushi, das Fischbrötchen mit dem mageren Fisch.

Und auch das noch: Wählen Sie grundsätzlich bei fettreichen Imbissen eine kleine Portion. Noch nicht satt? Beruhigen Sie den Magen mit frischem Obst, einem Joghurt oder auch mal mit einem kleinen Müsliriegel.

Tipp: Versuchen Sie, fünfmal am Tag Obst und/oder Gemüse zu essen, also zu jeder Mahlzeit etwas, z.B. so: 1 Apfel oder 1 Banane etc., 1 Glas Orangensaft oder Tomatensaft etc., eine Schüssel Blattsalat oder Rohkost, eine Tomate, ein Stück Gurke, Paprika, Möhre etc.

Verbote:

Für Volker Pudel, Professor für Ernährungspsychologie, sind Ver- und Gebote sowie kognitive Informationen eher ungeeignet, das Essverhalten günstig zu trainieren. Der Professor weist darauf hin, dass unser Essverhalten von der Erwartung auf ein lustvolles Geschmackserlebnis gesteuert wird. Doch sei der „gute Geschmack“ nicht einfach eine unabänderliche Konstante, sondern das Ergebnis eines Lernprozesses, eingebettet in die Esskultur. Er appelliert daher an die öffentlichen Küchen und an die Lebensmittelwirtschaft, optimierte Angebote zu schaffen. Wer nicht so lange warten will, bis sich die Kioske zu Vollwert-Wellnesstempeln gemausert haben, muss seine grundsätzliche Einstellung zum Essen überdenken und evtl. die Menschen in seiner Umgebung (Kolleginnen/Kollegen, Kantinenbetreiber/-innen, Familienmitglieder etc.) mit motivieren.

fünfmal am Tag:
„5 am Tag“, die Kampagne hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. ins Leben gerufen. Der Hintergrund: Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Menschen, die Obst und Gemüse gerne und oft genießen, ein geringeres Risiko haben, an Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und bestimmten Krebsarten zu erkranken. (www.dge.de)

Trinken im Arbeitsalltag nicht vergessen!

1,5, besser 2 Liter am Tag sollten es schon sein. Damit gemeint sind, Wasser (Leitung oder Sprudel), Schorlen (Saft mit Wasser) und Tees (Früchte oder Kräuter) – und sonst nichts. Alles andere sind Genussmittel (Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Bier, Wein, coffein- und zuckerhaltige Limonaden, Kakao etc.) oder aufgrund der Nahrhaftigkeit eher Lebensmittel (Milch).

Warnung:

Wer Durst hat, ist bereits unterversorgt. Voraus geht dem meist schon ein schleichendes Unwohlsein, verbunden mit Kopfschmerzen und einer Belastung für das Entgiftungssystem, die Nieren.

Wer das Trinken schnell vergisst, muss sich mit Tricks daran erinnern:Morgens gleich eine Kanne Tee kochen oder eine Flasche Wasser an den Arbeitsplatz stellen (nicht in der Nähe des Computers, aber z.B. auf der Fensterbank) und zu jeder (Zwischen-)Mahlzeit ein Glas trinken.

Seien Sie nett: Erinnern Sie einander und füllen Sie sich gegenseitig Getränke nach. Vielleicht ist es auch möglich, Kästen mit Wasser in die Firma liefern zu lassen – ein Eckchen dafür findet sich bestimmt.

Mitbestimmung Kantine

Interessenvertretungen haben Mitbestimmung bei der Ausgestaltung der Betriebsverpflegung in der Kantine. Sie können auf die Qualität des Essens Einfluss nehmen.

Mehr erfahren und aktiv werden