Beleuchtung im Büro

Die richtige Beleuchtung schont die Augen

Gutes Sehen setzt einen gut beleuchteten Bildschirmarbeitsplatz voraus und schafft damit die Voraussetzung für schnelles und fehlerfreies Erkennen der Bildschirmanzeige. Eine ergonomisch durchdachte Beleuchtung verhindert Kopfschmerzen, Augenbeschwerden, Nervosität und Ermüdungserscheinungen. Schlechte Lichtverhältnisse, also zu helles oder zu wenig Licht, zu hohe Kontraste, Blendungen oder Spiegelungen, können eine der Ursachen des Sick-Building-Syndroms sein. Das sind unspezifische Gesundheitsbeschwerden bei Bürobeschäftigten, die insgesamt auf ungünstige Raumbedingungen zurückgeführt werden.

Wenn die Beleuchtung nicht stimmt, kommt es auch zu Zwangs- und Fehlhaltungen, weil man unbewusst Reflexblendungen ausweichen will. Dies kann Beschwerden im Schulter-Nacken-Arm-Bereich auslösen.

Merkmale guter Beleuchtung

Mindest-Beleuchtungsniveau für entspanntes Sehen

Eine zu starke oder grelle Beleuchtung erschwert die visuelle Wahrnehmung am Bildschirm. Bildschirme haben allerdings mittlerweile eine hohe Hintergrundhelligkeit; damit verbessert sich die Lesbarkeit auch in hellerem Umfeld, zum Beispiel am Fenster. Man sieht aber auch dann schlecht, wenn es nicht hell genug ist.

Die Beleuchtungsstärke, das Maß für die Helligkeit an einem Ort, muss für die Arbeitsaufgabe ausreichend sein. Am Bildschirmarbeitsplatz werden mindestens 500 Lux gefordert. Bei größeren Beleuchtungsstärken sehen wir allerdings schärfer und fühlen uns wohler. Mehr Helligkeit ist demnach immer als Wahlmöglichkeit sinnvoll. Im Bereich von 500 bis 1.000 Lux können Papiervorlagen und Bildschirmanzeigen entspannt gelesen werden.

Die Beleuchtungsanlage sollte von einem Fachmann geplant werden, der auch einen Wartungsplan festlegen muss. Dies ist deshalb erforderlich, weil die Beleuchtungsstärke mit der Zeit durch Verschmutzung oder Alterung nachlässt. Aus diesem Grund empfiehlt sich bei der Neuinstallation ein höheres Beleuchtungsniveau. Bei den Richtwerten zur Beleuchtung handelt es sich bereits um Wartungswerte.

Die Sehanforderungen wechseln

Ob Aktenstudium oder Arbeit am Bildschirm - die Beleuchtung muss auf die jeweilige Arbeitsaufgabe abgestimmt werden. Wer Papiervorlagen lesen muss, benötigt im Lesebereich mehr Licht, hier werden 750 Lux gefordert. Die Beleuchtung muss bei wechselnden Aufgaben angepasst werden können.

Bedürfnisse unterscheiden sich

Ältere Beschäftigte oder Sehbehinderte brauchen eine höhere Beleuchtungsstärke als jüngere. Auch die Blendempfindlichkeit nimmt mit dem Alter zu. Das erfordert individuelle Beleuchtungsverhältnisse. 750 bis 1.500 Lux empfiehlt die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft für Ältere.

Die Arbeitsstättenverordnung verlangt für Bildschirmarbeit sogar verpflichtend, dass die Beleuchtung dem individuellen Sehvermögen anpassbar ist. Zudem räumt die Norm DIN EN ISO 9241 Teil 6 den Beschäftigten mehr Einfluss auf die Gestaltung der Lichtverhältnisse ein. Dies bedeutet, dass die Bedürfnisse des Einzelnen im Zusammenhang mit der zu erledigenden Arbeitsaufgabe im Vordergrund stehen sollten.

Die Beleuchtung sollte aus mehreren unabhängigen Komponenten bestehen, die individuell zu schalten sind. Dies kann durch getrennt schaltbare Leuchtbänder, Stehleuchten mit Dimmer oder eine zusätzliche Arbeitstischleuchte möglich gemacht werden.

Ausreichend Tageslicht

Arbeitsräume müssen ausreichend Tageslicht und eine Sichtverbindung nach außen haben. Die Arbeitsstättenverordnung, novelliert seit dem 3. Dezember 2016, fordert das ausdrücklich. Es gibt allerdings Übergangsvorschriften bis zum nächsten wesentlichen Umbau der Räume. Auch gibt es Ausnahmen, etwa für Kaufhäuser oder Archive.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 und die DIN EN ISO 9241 Teil 6 unterstreichen ebenfalls die Bedeutung des Tageslichts für Gesundheit sowie Wohlbefinden. Die sich während des Tages ändernde natürliche Beleuchtung gilt als Signalgeber für den biologischen Rhythmus. Von den wechselnden Lichtstimmungen gehen anregende Wirkungen auf den Menschen aus. Dies stellt einen wesentlichen Wohlfühlfaktor dar.

Künstliches Licht kann Tageslicht nicht ersetzen. Gesundheitsstörungen nehmen zu, je weiter der Arbeitsplatz vom Fenster entfernt ist. Das haben Forschungen nachgewiesen. Auch in den Tiefen eines Großraumbüros sollte ein Teilblick auf Fensterflächen oder Tageslichteinfall gegeben sein.

Der Anteil des Tageslichts im Raum kann von Fachleuten mit Hilfe des Tageslichtquotienten überprüft werden. Er misst das Verhältnis von Beleuchtungsstärke an einem Punkt im Innenraum zur Beleuchtungsstärke im Freien und soll in kleinen Arbeitsräumen mindestens zwei Prozent betragen.

Gleichmäßige Ausleuchtung und begrenzte Kontraste

Ein gleichmäßig heller Raum ohne dunkle Zonen entlastet, das Auge muss sich nicht ständig neu einstellen. Gleichzeitig sollte er ein gewisses Maß an Schattigkeit vorweisen. Zu hohe Kontraste der Leuchtdichten (Leuchtdichte: Maß für den Helligkeitseindruck, den das Auge von einer beleuchteten Fläche hat) tragen ebenso zur vorzeitigen Ermüdung bei wie ein kontrastloser, monotoner Raumeindruck.

Hinweis: Bei Dunkelheit wird gern auf die Raumbeleuchtung verzichtet, weil der Bildschirm als hell genug empfunden wird. Das führt zu einer schnelleren Ermüdung und ist nicht zu empfehlen.

Die Aufstellung des Bildschirmarbeitsplatzes im Raum mit Blick parallel zum Fenster ist ebenfalls entscheidend für ergonomische Sehbedingungen. Mit Blick ins Fenster würden die Kontraste zu hoch sein und Blendungen entstehen.

Hinweis: Bildschirmarbeitsplätze, die Sonneneinstrahlung haben, werden oft durch den außenliegenden Sonnenschutz vor Blendungen geschützt. Führt das zu starker Verdunklung im Raum, ist diese Lösung nicht zu empfehlen. Tageslicht fehlt, ein Muss für die Gesundheit. Andere Möglichkeiten des Blendschutzes müssen in Betracht gezogen werden.

Natürliche Lichtfarbe und Farbwiedergabe

Die Lichtfarbe hat unterschiedliche Auswirkungen auf den Menschen. Ein warmweißes Spektrum entspannt, ein höherer Blauanteil im Lichtspektrum wie beim Tageslicht aktiviert. Für die Bildschirmarbeit ist neutralweiße und tageslichtweiße Lichtfarbe geeignet. Sie hat eine Farbtemperatur von etwa 4.000 Kelvin; tageslichtweiße Lampen liegen bei 5.000 bis 6.000 Kelvin. Höhere Farbtemperaturen gelten als biologisch wirksamer, werden allerdings von vielen als grell empfunden. Tageslichtweiße Beleuchtung kann in der Dämmerung als unangenehm grell empfunden werden, natürlich wäre hier ein rötliches Licht.

Die Farbwiedergabe im Raum hängt von der Lichtfarbe und Lampenart ab. Für das Büro wird ein Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 80 gefordert. Bild- und Grafikbearbeitung erfordert bessere Werte.

Farbliche Raumgestaltung

Nicht nur die eigentliche Beleuchtung, sondern auch die farbliche Gestaltung der Räume trägt zur Raumhelligkeit bei. So entsteht ein umso hellerer Raumeindruck, je höher die Lichtreflexionsgrade (der Reflexionsgrad ist ein Maß der Oberflächenhelligkeit, weißes Papier hat 0,8) der Decken, Wände, Arbeitsflächen und des Mobiliars sind. Böden können und sollen dagegen dunkler sein. Helle gedeckte Farben und matte Oberflächen sind zu empfehlen, reinweiße Wänden können schon zu hell und blendend wirken.

Begrenzung der Blendung

Neben der Direktblendung, beispielswiese durch helle Fenster oder Lampen im Blickfeld, kann bei spiegelnden Oberflächen eine Reflexblendung auftreten, immer wenn sich eine Lichtquelle auf dem Bildschirm spiegelt. Beides ist zu vermeiden. Denn Blendung erschwert das Sehen, die Augen ermüden vorschnell.

Licht und Schatten gehören zusammen

„Ein gutes Verhältnis von diffusem Licht, etwa durch indirekte Lichtanteile eines Deckenfluters, zum gerichteten Licht, zum Beispiel durch direkte Lichtanteile von Rasterleuchten, bewirkt eine angenehme Schattigkeit“, heißt es in einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin von 2008. Um harte Schlagschatten zu vermeiden, sollte die Beleuchtung durch mehrere Leuchten realisiert werden.

Inhalt dieses Artikels

  1. Die richtige Beleuchtung schont die Augen
  2. Beleuchtungskonzepte
  3. Beleuchtungssysteme
  4. Energieeinsparende Konzepte