Flächenbedarf Büro: Raum und Arbeits­platz

Flächenstandards

Bild 1: Auszug aus einem Flächen- und Möblierungsplan eines Großraumbüros.

Standards für Arbeitsplatzflächen erleichtern die Planung, allerdings müssen dabei immer die konkreten Arbeitsaufgaben mit ihrem Möbel- und Technikbedarf einbezogen und je nach dem Zuschläge ermittelt werden. Bei durchschnittlicher Bürotätigkeit werden Flächenrichtwerte für die Büro- und Bildschirmarbeit in der Technischen Regel ASR A1.2 angegeben. Sie beziehen sich auf die Möbelfächen, Benutzer- und Bewegungsflächen und die anteiligen Verkehrsflächen. Nicht dazu gehören Pausenflächen, Lounges und Besprechungsräume.

Anforderungen an Flächenstandards

Richtwerte Flächen Büro- und Bildschirmarbeitsplätze einschließlich anteiliger Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen (ASR A1.2) Zellenbüros mit 1 – 2 Personen: 8-10 m ² pro Arbeitsplatz Großraumbüros ab 400 m² Gesamtfläche: 12-15 m² pro Arbeitsplatz

Empfehlungen für Gruppenbüros (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin "Büroraumtypen" Gruppenbüros ab 3 Personen: 10–12 m²

Erhöhter Flächenbedarf notwendig bei: Mehrbedarf an Ablageflächen, mehreren EDV-Geräten am Arbeitsplatz, Zusatztischen, Archiven oder Platz für Kunden und Kommunikation im Team. Auch Rollstuhlfahrer benötigen mehr Fläche.

Großraumbüros erfordern erhöhte Standards, weil der Verkehrsflächenbedarf höher ist und die Vermeidung von gegenseitigen Störungen Zonierungen und Abstände zwischen den Arbeitsplätzen oder Teams notwendig machen.

Je größer der Raum, desto mehr Gesundheitsprobleme

Je größer der Büroraum, desto höher ist der Krankenstand und desto häufiger gibt es Gesundheitsbeschwerden. Das hat die repräsentative Schweizerische Befragung in Büros 2010 bestätigt. Vor diesem Hintergrund ist eine ergonomische und gesundheitsförderliche Gestaltung großer Büroräume eine große Herausforderung an die Verantwortlichen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Die obigen Richtwerte sind Technische Regeln und gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, die bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen nach § 4 Arbeitsschutzgesetz zu berücksichtigen sind. Werden sie umgesetzt, handelt das Unternehmen rechtssicher, denn es weist damit die Realisierung der Schutzziele der verpflichtenden Inhalte der Arbeitsstättenverordnung und der Bildschirmarbeitsverordnung nach. Technische Regeln für Arbeitsstätten werden amtlich vom Bundesarbeitsministerium veröffentlicht und sind Grundlage der Aufsichtstätigkeit der staatlichen Arbeitsschutzbehörden. Sie sind nicht rechtsverbindlich. Allerdings erfordert ein Abweichen davon eine Begründung und einen schriftlichen Nachweis der Erreichung der Schutzziele der Arbeitsstättenverordnung auf anderen Wegen, zum Beispiel durch eine Gefährdungsbeurteilung.

 

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