Büro-Arbeitsstuhl

Dynamisch Sitzen mit Haltungswechsel

Die Unterstützung des Rückens, des Beckens, der Arme und des Kopfes beim Sitzen entlastet die Haltemuskulatur, denn dauerhaft angespannte Muskeln ermüden schnell, verspannen, und das führt zum Rückenschmerz. Haltungswechsel und Bewegung des Körpers werden durch eine beweglichen Rückenlehne oder eine bewegliche Sitzfläche erreicht.

Bild 2: Synchronmechanik, Rückenlehnen- und Sitzneigung bewegen sich synchron. (Quelle: RHODE & GRAHL GmbH, Produkt xenium basic)

Die Neigbarkeit der Rückenlehne und der Sitzfläche oder die Beweglichkeit des ganzen Stuhlgestells (Wipp- und Pendelstühle) ermöglichen es, sich beim Sitzen während des Arbeitens zu bewegen und den Rücken, die Beckenstellung und den Sitzwinkel zu verändern. Das sorgt für ständigen Druckwechsel, fördert die Durchblutung der Muskulatur und Versorgung der Bandscheiben und entlastet so die Bandscheiben. Die nach vorne gebeugte Sitzhaltung wird zwar von vielen als besonders bequem empfunden, belastet die Wirbelsäule aber am stärksten, weil der Druck auf die Bandscheiben höher ist. Aufrechtes Sitzen mindert dagegen den Druck, beansprucht allerdings die Rückenmuskulatur stärker, was über längere Zeit ohne stützende Rückenlehne und bei untrainierter Muskulatur auch zu einer Überlastung führen kann. Am wenigsten schadet die zurückgelehnte Sitzhaltung, doch auch sie sollte nicht zu lange eingenommen werden.

Hinweis: Wer die Sitzhaltung häufig wechselt, vermeidet statische Überbelastungen der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur.

Sitzdynamik aktiviert und fördert die Erhaltung der Gesundheit.

Bürostühle mit synchroner Sitzdynamik fördern dynamisches Sitzen über die Eigeninitiative zur Bewegung – die Sitzhaltung kann zwischen vorne und hinten dynamisch variieren. Hier geht die Rückenlehne mit dem Rücken mit, der Gegendruck ist einstellbar. Neue Stuhlvarianten ermöglichen durch Kugelgelenke auch eine dreidimensionale Sitzdynamik und neben der Vor- und Zurückbewegung auch Seitwärtsbewegungen.

Leistungsmerkmale und ergonomischer Nutzen

Bürostühle sind heute mit einer ganzen Reihe ergonomischer Merkmale ausgestattet, die zum Ziel haben, eine optimale Anpassung an die jeweilige Person, eine optimale Abstützung und viel Bewegung zu ermöglichen.

Bild3: Ergonomischer Büroarbeitsstuhl mit Synchronmechanik und mechanischer Gewichtsverstellung, verstellbarer erhöhter Rückenlehne, verstellbaren Armlehnen in Höhe und Breite, Sitztiefenverstellung, Sitzneigungsverstellung und seitlich beweglicher Rückenlehne. (Quelle: RHODE & GRAHL GmbH, Modell mono balance)

Mechanik für die Sitzdynamik

Die Rückenlehne eines Bürostuhls muss beweglich sein, damit unterschiedliche Sitzhaltungen möglich sind. Das gehört zu den ergonomischen Mindestanforderungen.

Eine Synchronmechanik ermöglicht es, dass sich mit der Neigung der Rückenlehne gleichzeitig – synchron - die Neigung der Sitzfläche nach hinten verstellt. Der Sitzwinkel verändert sich und die Bewegung des Körpers wird gefördert, auch die Beinhaltung und Fußposition verändern sich. Ein körpergerechter Sitzwinkel wird ermöglicht und der sichere Kontakt zur Rückenlehne.

Bei Modellen mit Asynchron-Mechanik oder Permanent-Mechanik bleibt die Sitzfläche fest, wenn sich die Rückenlehne nach hinten neigt, oder beides ist neigbar, aber entkoppelt. Das kann zu unbequemen Sitzwinkeln führen und dann zum „Hemdauszieheffekt“, wenn man sich zurücklehnt. Die Asynchron-Mechanik und Permanent-Mechanik mit festem Sitzwinkel sind die ergonomisch ungünstigen Varianten für die Sitzdynamik. Auch Lösungen, bei denen die Neigungen von Sitz und Lehne getrennt angepasst werden können, sind nicht günstig, denn hier muss der Benutzer immer den optimalen Winkel finden.

Bild 4: Bürostuhl mit bis 30 ° neigbarer Rückenlehne für Sitzdynamik und guter Rückenentlastung. Diesen Neigungswinkel fordert auch das Prüfsiegel Quality Office. (Quelle: RHODE & GRAHL GmbH)

Bei alle Arbeitsstühlen mit Sitzdynamik muss der Gegendruck der Rückenlehne auf das Körpergewicht einstellbar sein. Dann kann die Rückenlehne ohne Kraftaufwand mit der Körperbewegung mitgehen und gleichzeitig mit leichtem Andruck stützen. Die Einstellung der Gewichtsanpassung muss in Sitzhaltung leicht möglich sein. Das geht in der Regel mechanisch oder besser automatisch mit Gewichtserkennung. Automatik ist eine Erleichterung für wechselnde Nutzer zum Beispiel bei Desksharing und in diesem Falle auch ein Muss, um falsch eingestellte Stühle zu vermeiden.