Alternative und Sonder-Sitzmöbel

Sattelstühle

Sattelstühle sind so konstruiert, dass sie eine natürliche Körperhaltung fördern. Mittlerweile haben viele Anbieter sie im Programm. Der Capisco war der erste ergonomische Sattelstuhl, er wird als Bürosessel und als Hocker angeboten. Im Büro sind sie als zeitweilige Alternative sinnvoll. Sie erfordern in der Regel einen ausreichend höhenverstellbaren Arbeitstisch, die Tischhöhe muss höher sein als üblich.

Die Abstützung des Rückens im Brustwirbelbereich und ein Lendenbausch zur Beckenstützung ist hier nicht gegeben. Sattelstühle dieser Bauart erfüllen nicht die Anforderungen der Normen und der Ergonomie, auch wenn sie über Rückenlehnen verfügen.

Bild 4: Capisco als Bürodrehhocker. (Quelle: HAG)

Kniesitzstühle

Kniesitz- oder Balancestühle haben ähnliche Vor- und Nachteile wie Sitzbälle. Auch wer auf einem Kniesitzstuhl hockt, wird zum aufrechten und bewegten Sitzen gezwungen. Jedoch gibt es auch hierbei Sicherheitsprobleme, denn man kann leicht kippen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Blutzirkulation im Beinbereich behindert ist, wenn der Unterschenkel stark abgeknickt wird. Auch diese Sitzmöbel bieten keine Abstützung im Bereich der Lendenwirbelsäule. Kniestühle sollten ebenfalls keine dauerhafte Alternative zum ergonomischen Arbeitsstuhl sein, und bei Knie- oder Wirbelsäulenschäden sind sie ganz abzulehnen. Dies gilt ebenso, wenn chronische Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen vorliegen. Wer auf einem Balancestuhl sitzt, benötigt eine niedrigere Tischhöhe als beim Büroarbeitsstuhl. Viele Arbeitsschützer lehnen sie wegen der Zwangshaltung der Beine ab.

Bild 5: Alternatives Sitzmöbel: Der Balance-Stuhl mit Rücken- und Kopfstütze. (Quelle: Orthopress 1/98, FIWA-Verlag, Köln, Stuhl von Stokke)