Menschengerechte Arbeits­gestal­tung – Grundlagen und Modell

Grundmodell der menschengerechten Arbeit

Das Grundmodell menschengerechter Arbeit legt die Voraussetzungen für die Arbeitsgestaltung fest:

Grundmodell der menschengerechten Arbeit

  • Arbeit soll ausführbar sein und darf nicht schädigen. Die körperlichen und psychischen Bedingungen, wie Körpergröße oder Wahrnehmungsfähigkeit, müssen beachtet werden, damit keine nicht-regenerierbaren Gesundheitsschäden entstehen. Akute Schädigungen müssen also vermieden werden. Unfallverhütung und ergonomische Arbeitsplatzausstattung sind auf dieser untersten Stufe gefordert.
  • Arbeit soll erträglich sein und soll nicht beeinträchtigen. Das gesundheitliche Befinden darf nur in zumutbarem Rahmen negativ verändert sein. Arbeit muss langfristig erträglich bleiben.
  • Arbeit soll zumutbar sein. Gesellschaftliche Normen und Werte von Gruppen müssen beachtet werden und damit bleibt psychisches Wohlbefinden erhalten. So sind zum Beispiel einfache Bürohilfstätigkeiten auf Dauer für Hochqualifizierte nicht zumutbar und werden zur inneren Kündigung führen. Zumutbarkeiten können sich ändern.
  • Arbeit soll persönlichkeitsfördernd sein. Kompetenzen können eingebracht und erweitert werden. Damit wird Motivation, Qualifikation und Flexibilität gefördert. Arbeit trägt so zur Zufriedenheit bei.
Bild 2 : Bewertungskriterien für die Gestaltung menschlicher Arbeit. Modell der menschengerechten Arbeitsgestaltung nach Rohmert, Hacker und Luczak/Volpert (Quelle: TBS Oberhausen: Grundwissen zu Technikgestaltung, Frankfurt 1990)

Ergonomie: Grundanforderung der Arbeitsgestaltung

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Ergonomie eine Teildisziplin der Arbeitswissenschaft. Diese befasst sich mit der systematischen Erforschung der technischen, sozialen und organisatorischen Voraussetzungen, unter denen sich menschliche Arbeit vollzieht sowie den Wirkungen der Arbeit auf den Menschen und den Anforderungen an ihre menschengerechte Gestaltung.

Was ist Ergonomie?

Ergonomie ist die Wissenschaft von den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des arbeitenden Menschen sowie der besten wechselseitigen Anpassung zwischen dem Menschen und seinen Arbeitsbedingungen.

Ergonomie ist auch die Anpassung von Arbeitsmitteln an die Körpermaße und Kräfte sowie die psychischen (kognitiven und emotionalen) Bedingungen des Menschen. (Vortrag Dr. Jürgen Klippert, Seminar Ergonomie Unfallkasse Post und Telekom)

Ergonomische Arbeitsmittel berücksichtigen die Körpergrößen von Frauen und Männer, etwa bei höhenverstellbaren Arbeitstischen, oder die Sehfähigkeiten des Menschen, zum Beispiel bei der Gestaltung der Software.