Regelbetreuung nach DGUV Vorschrift 2: Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeits­sicher­heit

Inhalte der DGUV Vorschrift 2

Inhalte der DGUV Vorschrift 2

Die Unfallverhütungsvorschrift gilt für Unternehmen der privaten Wirtschaft und für öffentliche Verwaltungen und Institutionen gleichermaßen. Sie beinhaltet wenige Paragrafen und umfangreiche Anlagen zur praktischen Umsetzung. Damit lassen sich die Aufgaben und Einsatzzeiten der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit in der Regelbetreuung festlegen. Die Voraussetzungen für alternative Betreuungsmodelle für kleine Betriebe sind ebenfalls festgelegt.

Übersicht über die Inhalte der DGUV Vorschrift 2

◊ Bestellung und Betreuungsmodelle

  • Anlage 1: Betriebe bis zu 10 Beschäftigte
  • Anlage 2: Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten - Regelbetreuung mit Gefährdungsgruppen und Aufgabenkatalogen

o Anhang 1: Hinweise zur Bestellung und zum Tätigwerden der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit
o Anhang 3: Aufgabenfelder der Grundbetreuung und Beschreibung möglicher Aufgaben
o Anhang 4: Betriebsspezifischer Teil der Betreuung

  • Anlage 3: Alternative bedarfsorientierte Betreuung (Unternehmermodell)
  • Anlage 4: Alternative bedarfsorientierte Betreuung in Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten durch Kompetenzzentren

◊ Fachkunde

o Anhang 2 Branchenspezifische Themen der Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit

◊ Bericht über die Aufgabenerfüllung

◊ Übergangsfristen, In-Kraft-Treten

Die Anhänge 1 bis 4 enthalten keine rechtsverbindlichen Regelungen, sie beschreiben detailliert die Inhalte der Vorschriften (Fachkunde) und der Anlagen (Aufgabenkataloge, Checkliste für die betriebsspezifische Betreuung) und sie definieren den Betriebs- und Beschäftigtenbegriff. Die Anhänge sind Empfehlungen der Unfallversicherungsträger. Werden sie angewendet, so kann davon ausgegangen werden, dass die verpflichtenden Vorschriften in ausreichender Qualität umgesetzt werden.

Modell der Regelbetreuung


Grundsätze der Regelbetreuung

Die Regelbetreuung gilt für alle Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten, die nicht das Unternehmermodell (möglich für Betriebe bis maximal 50 Beschäftigte, ja nach Unfallversicherungsträger) gewählt haben.

Die Betreuung gliedert sich in einen vorgeschriebenen Teil mit Basisaufgaben und festgeschriebener Mindesteinsatzzeit, die Grundbetreuung sowie in einen flexibel anzupassenden bedarfsorientierten Teil, die betriebsspezifische Betreuung. Zusammen bilden sie die Gesamtbetreuung, die mit ihren Aufgaben und Einsatzzeiten schriftlich für die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt zu vereinbaren ist. Die betriebliche Interessenvertretung bestimmt die Festlegungen mit und die Beschäftigten sind darüber zu informieren.

Ziele der Regelbetreuung

Die Form der Regelbetreuung gilt in allen Branchen und bei allen Unfallversicherungsträgern. Vereinheitlichung, Leistungsbezug anhand von vorgegebenen Aufgabenkatalogen, Bedarfsorientierung, mehr Handlungsspielräume und mehr Eigenverantwortung der Unternehmen sind Kennzeichen der ab 2011 neu formulierten Regelbetreuung. Das soll die aktive Auseinandersetzung mit dem Arbeitsschutz fördern, Diskussionen zu einer effizienten Ausrichtung und einem ständigen Dialog zwischen allen Beteiligten anregen. Gesetzgeber und Unfallversicherungsträger wollen damit die Qualität langfristig erhöhen. Das Verfahren der Festlegung ist allerdings deutlich aufwendiger geworden. Das Besondere ist:

Kennzeichen der Regelbetreuung

  • Aufteilung in Grundbetreuung und eine nach Bedarf anpassbare betriebsspezifische Betreuung
  • vorgeschriebene Mindesteinsatzzeiten als Summe für Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt gemeinsam, flexibel aufteilbar
  • selbstverantwortliche Aufteilung der Betreuungszeiten für beide beratende Kräfte
  • selbstverantwortlich ermittelte Betreuungsaufgaben im betriebsspezifischen Teil
  • selbst ermittelte Einsatzzeiten im betriebsspezifischen Teil
  • arbeitsmedizinische Vorsorge ist Teil der Betreuung im betriebsspezifischen Teil
  • Festlegungen durch Arbeitgeber und Betriebs- und Personalrat und den beiden beratenden Kräften

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