Sicherheitstechnische Betreuung eines Betriebes – Fachkraft für Arbeitssicherheit

Arbeitsschwerpunkte und Wirksamkeit

Ganzheitliche Perspektive steigert Wirksamkeit

„Die Fachkraft für Arbeitssicherheit richtet ihr Handeln an einer managementorientierten, systematischen Vorgehensweise aus. Nicht das Handeln in der Form, dass für Probleme aus einem vorhandenen Maßnahmeninventar sofort eine Lösung umgesetzt wird, sondern ein am PDAC (plan-do-check-act)-Prinzip orientiertes Handeln ist zielführend.“ (BGZ-Report 1/2006)

Wirksame SiFa-Arbeit lässt sich erreichen, wenn neben der Beschäftigung mit unfall- und krankheitsbewirkenden Faktoren auch die menschengerechte Gestaltung der Arbeitssysteme und die Integration des Arbeitsschutzes in die betriebliche Aufbau- und Ablauforganisation als Aufgabenbereich wahrgenommen wird.

Defizite bei psychischen Belastungen und altersgerechter Arbeitsgestaltung

Eine über sechs Jahre (2005-2011) durchgeführte wissenschaftliche Studie zur Wirksamkeit des Handelns von Sicherheitsfachkräften zeigt, dass zu den Kerntätigkeiten der SiFa´s in zeitlicher Hinsicht vor allem Begehungen von Arbeitsstätten, Überprüfung von Arbeitsmitteln, Betriebsanweisungen und Unterweisungen sowie Gefährdungsbeurteilungen gehören.

Im Mittelpunkt der Tätigkeiten stehen verhaltensbezogene Maßnahmen wie Konzepte für den Gefahrfall, Unterweisungen, persönliche Schutzausrüstungen und die Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsstätten, die Gestaltung von Arbeitsorganisation oder Arbeitszeit wird dagegen eher nicht oder nur mit geringer Intensität wahrgenommen. SiFas sehen ihre Kompetenzdefizite insbesondere in den Handlungsfeldern: Psychische Belastungen, Ermittlung von Gesundheitsfaktoren, Alternsgerechte Arbeitsgestaltung, Teilhabe Behinderter am Arbeitsprozess und bei der Physische Fehlbeanspruchung. Insgesamt ist das Wirken der Fachkräfte für Arbeitssicherheit noch immer geprägt von den „klassischen“ Gefährdungen und einer techniknahen Perspektive.

Mehr Wirksamkeit der Fachkräfte durch Einbezug ins Management

Die Wirksamkeit ihres Handels schätzen die Fachkräfte für Arbeitssicherheit in der Studie, von der Gesetzlichen Unfallversicherung in Auftrag gegeben, mittelmäßig positiv ein. Intensives Kümmern um die Gefährdungsbeurteilung steigert die Wirksamkeit der SiFa-Tätigkeit. Ebenso wirkt sich ein regelmäßiger Kontakt zur Geschäftsleitung und eine gute Sicherheits- und Gesundheitskultur positiv auf die Wirksamkeit aus. Fachkräfte, die zielgerichtet und kooperativ arbeiten und sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren, schätzen sich als erfolgreicher ein als andere.

Hinweis:
Will ein Betrieb einen breiten Nutzen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes erreichen, sollte er die Sicherheitsfachkraft stärker an Strategie-, Planungs- und Managementtätigkeiten teilhaben lassen.

Wahl der Betreuungsform: Intern oder extern beauftragen?

Die Wahrnehmung der Aufgaben kann durch angestellte Fachkräfte wahrgenommen werden oder durch freiberufliche Fachkräfte oder überbetriebliche Dienste.

Für eine interne Beauftragung spricht, dass die SiFa den Betrieb kennt und sehr schnell konkrete Gefährdungen und Maßnahmen erkennen kann. Darüber hinaus ergeben sich aus dem Arbeitsschutzgesetz weitreichende Aufgaben hinsichtlich der Systematisierung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes und seiner Integration in das Management (Gefährdungsbeurteilung, Beschaffung, Erste Hilfe, Brandschutz, Verhalten in Notfällen, Unterweisungen), die von einer internen SiFa gegebenenfalls besser betreut werden kann.

Für die Beauftragung einer externen Fachkraft spricht die betriebliche Unabhängigkeit und Neutralität in der Beurteilung von Gefährdungspotenzialen. Diese lässt einen sachlicheren Umgang mit der Materie erwarten, "blinde Flecken", die durch jahrelanges Arbeiten im betrieblichen Sozialgefüge entstehen können, lassen sich möglicherweise vermeiden. Andererseits ist eine externe SiFa von vielen internen Kommunikationsprozessen ausgeschlossen und abhängig von den vereinbarten Zeitbudgets. Dies kann ihre Wirksamkeit behindern.

Die Entscheidung, ob intern oder extern beauftragt werden soll, bedarf in jedem Fall einer gründlichen Abwägung. Der Europäische Gerichtshof hat im Übrigen darauf verwiesen, dass es eine Rangfolge in der Betreuungsform gibt: 1. interne SiFa, 2.externe freiberufliche SiFa, 3. überbetrieblicher Dienst.

Qualitätsanforderungen an Dienstleister

Zu den Qualitätsanforderungen an sicherheitstechnische Dienstleister gehören der Fachkundenachweis, regelmäßige Weiterbildungen, Ausstattung mit erforderlichen Messgeräten, Kooperationsverhalten, Erfahrungsaustausch, Erfahrungen in Schulung/Moderation und Präsentation. Auch ein Sicherheitsingenieur gehört dazu. Der Anbieter sollte ein Qualitätsmanagement-Zertifikat haben. Die Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz vergibt Gütesiegel.

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