Sicherheitsbeauf­tragte

Anzahl und Bestellung

Der Arbeitgeber muss Sicherheitsbeauftragte (SiB oder SB) bestellen, wenn er regelmäßig mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigt, also ab dem 21. Beschäftigten. Bei weniger als 20 Beschäftigten kann durch den Unfallversicherungsträger, etwa die Berufsgenossenschaft, eine Bestellung angeordnet werden, wenn im Unternehmen besondere Gefahren für Leben und Gesundheit der Beschäftigten bestehen. Selbstverständlich kann ein kleineres Unternehmen auch von sich aus Sicherheitsbeauftragte bestellen.

Eine genaue Zahl der Sicherheitsbeauftragten ist nicht mehr vorgeschrieben, ihre Zahl wird nach den Erfordernissen eines Betriebes bestimmt. Die DGUV Vorschrift 1 zeigt fünf Kriterien, nach denen im Betrieb die Anzahl bestimmt werden muss:

Kriterien für die Berechnung der Anzahl der Sicherheitsbeauftragten

  1. Im Unternehmen bestehende Unfall- und Gesundheitsgefahren;
  2. Räumliche Nähe der zuständigen Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten;
  3. Zeitliche Nähe der zuständigen Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten;
  4. Fachliche Nähe der zuständigen Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten;
  5. Anzahl der Beschäftigten.

Kriterien für die Bestimmung der Zahl

Das Gefährdungspotenzial der verschiedenen Bereiche des Betriebes ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung (1. Gesundheitsgefahren). Sicherheitsbeauftragte müssen grundsätzlich im gleichen Arbeitsbereich wie die Beschäftigten tätig sein (2. räumliche Nähe). Das bedeutet, dass in jeder Filiale oder in jeder Kindertagesstätte Sicherheitsbeauftragte benannt werden müssen. Auch muss in jeder Schicht ein Sicherheitsbeauftragter arbeiten (3. zeitliche Nähe).

Die Sicherheitsbeauftragten müssen die gleichen Tätigkeiten ausüben wie andere Beschäftigte in ihrem Arbeitsbereich (4. fachliche Nähe). Sie müssen die Mitarbeiterstruktur kennen und auch ihre Sprache. Das bedeutet, dass Vorgesetzte keine Sicherheitsbeauftragte sein können. Zu dieser Anforderung gehört auch, dass sie die Gefährdungsbeurteilung ihres Bereichs kennen müssen. Denn nur so können sie die möglichen Gefährdungen richtig einschätzen.

Eine angemessene Anzahl der Sicherheitsbeauftragten ist dann gegeben, wenn die Arbeitnehmerzahl, für die sie in ihrem im Arbeitsbereich zuständig sind, so groß ist, dass sie die Beschäftigten noch persönlich kennen können.

Anhand dieser Kriterien legt der Arbeitgeber selbstverantwortlich die Anzahl und jeweiligen Personen fest. Die Unfallversicherungsträger bieten Leitfäden mit Praxisbeispielen zur Berechnung der Anzahl der Sicherheitsbeauftragte an.

Eine förmliche Bestellung mit Benennung des Zuständigkeitsbereichs und der Aufgaben ist notwendig. Daran sollten der Vorgesetzte und die Fachkraft für Arbeitssicherheit mitwirken. Interessenvertretungen müssen der Bestellung zustimmen, der Gesetzestext fordert die Beteiligung des Betriebsrates (gilt auch für Personalräte).

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