Arbeitsmedizinische Betreuung durch den Betriebsarzt/die Betriebsärztin

Qualität der Betreuung

Sprechstunden allein genügen nicht, ein Betriebsarzt sollte kooperieren und im Betrieb präsent sein. Er benötigt für seine Arbeit Informationen, Branchenkenntnisse und einen Überblick über die Arbeitsbedingungen im Betrieb. Die Qualität der Betreuung lässt sich neben der Fachkunde und der aktiven Umsetzung der gesetzlichen Aufgaben auch an der personellen, räumlichen und apparativen Ausstattung, der Teilnahme an Fortbildungen und der Ermächtigung des Arztes zu speziellen Vorsorgeuntersuchungen festmachen. Transparenter Nachweis der Einsatzzeiten, Dokumentation der Tätigkeit, ausreichende Information und Beratung gehören ebenfalls dazu. Freiwillige Qualitätsprüfungen führt die Gesellschaft für Qualitätssicherung in der betriebsärztlichen Betreuung GQB durch.

Beschäftigte müssen bei Bedarf den Betriebsarzt aufsuchen können. Eine Stellvertretung sollte also organisiert sein, empfehlenswert ist es, dass ein Arzt und eine Ärztin zur Verfügung stehen. Dass kann den Zugang der Beschäftigten, z.B. aus kulturellen oder anderen Gründen, erleichtern.

Der von der DGUV Vorschrift 2 geforderte regelmäßige Bericht sollte eine Stellungnahme zu den Tendenzen des Unfall- und Krankheitsgeschehens und den Aktivitäten des Gesundheitsschutzes enthalten.

Verständigung mit den Verantwortlichen im Unternehmen

Machen Betriebsärzte der verantwortlichen Führungskraft, etwa dem Standortleiter, Vorschläge zu Gesundheitsschutzmaßnahmen und können sich mit ihm nicht einigen, so sind sie berechtigt, diese Vorschläge direkt dem Arbeitgeber zu unterbreiten. Lehnt dieser den Vorschlag ab, so muss er das schriftlich tun. Der Betriebs- oder Personalrat erhält eine Kopie. So sieht es das Arbeitssicherheitsgesetz in § 8 vor. Damit kann die betriebliche Interessenvertretung initiativ werden.

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