Arbeitsmedizinische Betreuung durch den Betriebsarzt/die Betriebsärztin

Gesetzliche Aufgaben der Betriebsärzte

Hauptaufgabe der Betriebsärzte ist die Beratung des Arbeitgebers und der für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen. Dazu gehören entsprechend des Arbeitssicherheitsgesetzes:

Übersicht über die gesetzlichen Aufgaben

  • Beratung bei der Ausgestaltung von Betriebsanlagen und sozialen sowie sanitären Einrichtungen
  • Beratung bei der Einführung von Arbeitsverfahren, Arbeitsstoffen und technischen Arbeitsmitteln
  • Beratung bei der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln
  • Beratung bei arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen, ergonomischen und arbeitshygienischen Fragen wie bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen und der Arbeitsumgebung, des Arbeitsablaufs, des Arbeitsrhythmus, der Arbeitszeit und der Pausenregelung.
  • Beratung bei der Organisation der Ersten Hilfe im Unternehmen
  • Beratung bei der Eingliederung von Behinderten in den Arbeitsprozess.
  • Beratung bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen
  • Beobachtung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung, Untersuchung der Ursachen arbeitsbedingter Erkrankungen
  • Hinwirken auf sicheres und gesundheitsgerechtes Verhalten
  • Beratung bei der Organisation der Ersten Hilfe und Mitwirkung bei der Auswahl und Schulung der Ersthelfer
  • und die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen - Pflicht-, Angebots- und Wunschuntersuchungen

Aufgaben im zeitgemäßen Gesundheitsschutz

Die gesetzlichen Aufgaben aus dem Arbeitssicherheitsgesetz sind detaillierter und in aktueller Form in den Anlagen in der ab 1.1.2011 gültigen DGUV Vorschrift 2 aufgeführt.

Die Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung und bei aktuellen Themen wie alternsgerechte Arbeitsgestaltung, Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements, Beratung beim betrieblichen Eingliederungsmanagement oder psychische Belastungen und Stress gehören zu den neu definierten Aufgaben eines Betriebsarztes. Insbesondere auch Fragen der psychischen Gesundheit gehören heute zu den Aufgaben eines Betriebsarztes und damit verbunden seine Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung, der Entwicklung einer gesundheitsgerechte Führung oder seine Beratung von Beschäftigten im Rahmen ihres Rechts auf eine arbeitsmedizinische Wunschvorsorge.

Auch um die Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen müssen sie sich kümmern und Maßnahmen zu deren Verhütung vorschlagen. Eine Begehung der Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen ist Pflicht. Mängel sind dem Arbeitgeber mitzuteilen.

Beratung der Beschäftigten

Betriebsärzte sollten auf die Beschäftigten zugehen und sie auf Gesundheits- und Unfallgefahren hinweisen und über die Prävention von Gesundheitsgefährdungen bei der Arbeit informieren.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Die Betriebsärzte sollen die Beschäftigten des Unternehmens untersuchen und arbeitsmedizinisch beraten. Es besteht ein Recht für Beschäftigte auf regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung bei entsprechenden Gefahren für Sicherheit und Gesundheit.

Sich auf Untersuchungen beschränken reicht nicht. Beratung gehört immer dazu. Auch die allgemeine arbeitsmedizinische Beratung, sie ist Bestandteil der Grundbetreuung eines Betriebsarztes und könnte in Form von Informationsveranstaltungen, etwa zu Rückenerkrankungen oder Augenbeschwerden am Bildschirm, durchgeführt werden. Möglich ist auch, dass der Arzt bei Unterweisungen zur Hygiene am Arbeitsplatz dabei ist.

Spezielle vorgeschriebene arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen auf der Grundlage der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbmedVV), bei Büroarbeit ist das die Vorsorgeuntersuchung der Augen, gehören zur betriebsspezifischen Einsatzzeit des Betriebsarztes.

Kooperationspflichten

Betriebsärzte sollen den Betriebs- und Personalrat in Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes unterrichten und auf Verlangen beraten. Eine Kooperation ist also notwendig und sinnvoll, denn Interessenvertretungen haben durch ihre Mitbestimmungsrechte Einfluss auf die Gestaltung von Arbeitsbedingungen.

Mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit ist ihre Kooperation per Gesetz gefordert. Insbesondere sollen die Betriebsbegehungen gemeinsam vorgenommen werden.

Im Arbeitsschutzausschuss werden alle Anliegen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und der Unfallverhütung in mindestens vierteljährlichen Sitzungen beraten, eine Pflichtveranstaltung für Betriebsärzte. Hier sind ebenso die Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Sicherheitsbeauftragten, die Schwerbehindertenvertretung, der Arbeitgeber und der Betriebsrat/Personalrat/Mitarbeitervertretung vertreten.

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