Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie und Nationale Arbeitsschutzkonferenz

Steuerung durch die Nationale Arbeitsschutzkonferenz

Politisch gesteuert und zentral koordiniert wird die GDA seit 2008 durch die Nationale Arbeitsschutzkonferenz (NAK).

„Die Aufgabe der Entwicklung, Steuerung und Fortschreibung der gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie … wird von der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz wahrgenommen. Sie setzt sich aus jeweils drei stimmberechtigten Vertretern von Bund, Ländern und den Unfallversicherungsträgern zusammen und bestimmt für jede Gruppe drei Stellvertreter. Außerdem entsenden die Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer … jeweils bis zu drei Vertreter in die Nationale Arbeitsschutzkonferenz; sie nehmen mit beratender Stimme an den Sitzungen teil." (nach § 20b ArbSchG)

Eine weitere ständige Einrichtung der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie ist das jährliche Arbeitsschutzforum zum Erfahrungsaustausch unter Experten und aller Beteiligten fachlichen und gesellschaftlichen Gruppen. Es berät die NAK. 

Strategische Ziele und Handlungsfelder


Gemeinsame Arbeitsschutzziele und Handlungsfelder 2008-2012

Drei Ziele bestimmten die erste Periode der GDA:

  1. Verringerung der Häufigkeit und Schwere der Arbeitsunfälle
  2. Verringerung der Häufigkeit und Schwere der Muskel-Skelett-Erkrankungen
  3. Verringerung von Hauterkrankungen

Erstes Ziel der Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie im Zeitraum 2008 – 2012 war die Verringerung von Arbeitsunfällen und im Besonderen ging es dabei um die Handlungsfelder Bau- und Montagearbeiten, Transport und Verkehr, Zeitarbeit und Neulinge im Betrieb.

Zweites Ziel war die Verringerung der Häufigkeit und Schwere von Muskel-Skeletterkrankungen. Im Vordergrund standen dabei Beschäftigte im Gesundheitsdienst und Menschen mit einseitig belastenden und bewegungsarmen Tätigkeiten.

Quer zu den ersten beiden zentralen Handlungsfeldern stand die Ziele, die psychischen Fehlbelastungen zu mindern und die Unternehmen darin zu unterstützen, den Arbeitsschutz systematisch wahrzunehmen.

Aus den Arbeitsschutzzielen und den Handlungsfeldern wurden die Arbeitsprogramme für Bund, Länder und Unfallversicherungsträger abgeleitet:

Kategorie I (bundesweit einheitlich umzusetzen) umfasste:

  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Bau- und Montagearbeiten (BG Bau, Land Sachsen, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA)
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Zeitarbeit (Land Hessen)
  • Sicher fahren und transportieren (innerbetrieblich und öffentlich) (BG HW, Land Bayern, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA)
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Pflege (BGW, Land Rheinland-Pfalz, BAuA)
  • Gesund und erfolgreich arbeiten im Büro (VBG, Land Brandenburg, BAuA)
  • Gesundheitsschutz bei Feuchtarbeit und Tätigkeiten mit hautschädigenden Stoffen (Land Hamburg, Bayrische Unfallkassen)

Kategorie II (Beteiligung fakultativ) umfasste: Sensibilisierung zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz in Schulen, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei einseitig belastenden und bewegungsarmen Tätigkeiten an Produktionsarbeitsplätzen in der Ernährungsindustrie, an Produktionsarbeitsplätzen im Bereich feinmechanischer Montierertätigkeiten, in der Gastronomie und Hotellerie und bei der Personenbeförderung im ÖPNV.

Gemeinsame Arbeitsschutzziele und Handlungsfelder 2013–2018

Im Zeitraum 2013–2018 werden die GDA-Träger ihre gemeinsamen Präventionsaktivitäten auf folgende gemeinsame Arbeitsschutzziele ausrichten:

    1. Verbesserung der Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes
      Geplant ist hier u.a. ein "ORGAcheck", der Unternehmen informieren und motivieren soll.
    2. Verringerung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen und Erkrankungen im Muskel-Skelett-Bereich
      Konkret sollen z.B. die Anzahl der Betriebe mit ergonomisch optimierten Arbeitsplätzen, -stätten und –abläufen erhöht werden und die Anzahl und Qualität der Gefährdungsbeurteilungen zu physischen Belastungen gesteigert werden.
      Ab 2013 startet eine Kampagne des Dachverbandes der Unfallversicherungsträger der DGUV: " Denk an mich. Dein Rücken."
    3. Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung
      Hier ist eine breite Informations- und Motivationskampagne der Unternehmer und Führungskräfte sowie anderer betrieblicher Akteure zum Thema psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz vorgesehen, Handlungshilfen und Instrumente zur frühzeitigen Erkennung und Beurteilung von Gesundheitsgefährdungen sollen erstellt werden.

    Hintergrund des ersten Ziels ist u.a., dass trotz gesetzlicher Pflicht 2010 nur 40 % der Betriebe die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt haben. Das zweite Ziel leitet sich aus der Tatsache ab, dass trotz Technisierung immer noch ein Viertel aller Beschäftigten mit schweren Lasten arbeitet. Die hohen psychischen Belastungen und deutlich angestiegenen psychischen Erkrankungen des letzten Jahrzehnt sind Hintergrund des 3. Ziels.

    Für die Umsetzung dieser Ziele haben die GDA-Träger pro Ziel ein Arbeitsprogramm aufgelegt.

    Inhalt dieses Artikels

    1. Hintergrund der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie
    2. Steuerung durch die Nationale Arbeitsschutzkonferenz
    3. Ergebnisse der GDA

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