Beurteilung der Arbeitsbedingungen – Grundlagen und Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung

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Praxishilfe: Anforderungen an die Qualität von Handlungshilfen für die Gefährdungsbeurteilung

Anforderungen an die Qualität von Handlungshilfen für die Gefährdungsbeurteilung nach Vorgaben der Aufsichtsinstitutionen (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie GDA)

von Regine Rundnagel

Nachvollzug des vollständigen Prozesses
Sie ermöglichen ein systematisches Vorgehen bei der Ermittlung, Bewertung der Gefährdung, Maßnahmenentwicklung und Wirksamkeitsprüfung. Dabei werden die unterschiedlichen Betriebszustände (Normalbetrieb und typische Störungen) berücksichtigt.

Praxisgerecht
Sie orientieren sich in ihrer Sprache und Gestaltung an der Zielgruppe (Arbeitgeber im Kleinbetrieb, betriebliche Arbeitsschutzexperten). Sie sind anpassbar an den Betrieb und den gewünschten Detaillierungsgrad (Grob- oder Feinanalyse) und praxisgerecht handhabbar. Sie ermöglichen es, die Prüftiefe und das Präzisionsniveau am Gefährdungspotenzial auszurichten.
Branchenbezug
Sie sind branchen- oder tätigkeitsbezogen und enthalten vollständig die jeweiligen Untersuchungsbereiche und die typischen Gefährdungen für Arbeitsplatz- oder Tätigkeitstypen (z.B. Programmierer, Sachbearbeiter oder Berater mit Kundenkontakt, Call Center oder Außendienst).

Typische Gefährdungen, arbeitswissenschaftlich fundiert
Sie zeigen die typischen Gefährdungen der Branche oder Berufstätigkeit. Sie sind arbeitswissenschaftlich geprüft und berücksichtigen den Stand der gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse (Checklisten oder Fragebögen müssen die Systematik der Gefährdungsfaktoren umfassen und getestet sein. Werden z.B. in Fragebögen Fragen nicht klar und eindeutig gestellt, sind die Ergebnisse nicht zu gebrauchen. Sind Fragen nicht verständlich, werden sie nicht beantwortet)

Hinweis auf gleichartige Arbeitsbedingungen

Berücksichtigung besonderer Personengruppen
Sie ermögliche die Beurteilung von speziellen Anforderungen für Gruppen wie werdende Mütter, Schwerbehinderte, Jugendliche, Praktikanten oder Leiharbeitnehmer.

Beurteilungskriterien – Vorschriften, Regelwerk
Sie enthalten nachvollziehbare Beurteilungskriterien der Gefährdungen unter Bezug zu den Sollvorschriften in Gesetzen, Verordnungen, Normen und nachvollziehbare Analysekriterien. Die rechtliche Bedeutung wird dabei klar beschrieben. Sie ermöglicht eine Gesamtbeurteilung von Gefährdungen unter Berücksichtigung von Kombinationswirkungen einzelner Faktoren.

Hinweis auf Einschalten von Experten

Berücksichtigung der Grundsätze § 4 ArbSchG bei Maßnahmen und Rangfolge der Schutzmaßnahmen
Sie bieten Ansatzpunkte für die konkrete Maßnahmenfindung, die Dringlichkeit der Maßnahmen wird aufgezeigt.

Methoden der Überprüfung der Wirksamkeitskontrolle
Sie geben Hinweise auf die Möglichkeiten der Wirksamkeitskontrolle. Sie sind standardisiert, um Wirksamkeitsprüfungen und Wiederholungen leicht zu ermöglichen.

Aktualisierung
Die regelmäßige Aktualisierung wird vereinfacht.

Dokumentation
Die Dokumentation wird erleichtert.

Beteiligungsorientierung Sie gehen beteiligungsorientiert vor und fordern die Beteiligung der betrieblichen Interessenvertretung.


Quelle: Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie: Qualitätsgrundsätze zur Erstellung von Handlungshilfen für eine Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz. Stand: 27.02.2009, hg. von der GDA.