Beurteilung der Arbeits­bedingungen – Grundlagen und Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung

Wirksamkeitsprüfung und Dokumentation

Die Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung von Gefährdungen ist ein selbstverständlicher Schritt im systematischen Arbeitsschutz. Das kann beispielsweise die Prüfung der Wirkung technischer Maßnahmen sein, wie Lärmmessungen oder Befragungen der Betroffenen nach Einbau einer Lärmdämmung, oder die Prüfung der Umsetzung von Regeln zu sicherheitsgerechtem Verhalten, wie die Anweisung zur Nutzung von Aufstiegshilfen.

Die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung, der Ergebnisse, der Maßnahmen und ihrer Überprüfung auf Wirksamkeit bietet die Grundlage, Entwicklungen nachzuvollziehen und Erfolge aufzuzeigen. Sie ist also nicht allein eine Nachweispflicht für die staatlichen Arbeitsschutzbehörden oder die Berufsgenossenschaften, sondern ein Schritt zum Arbeitsschutzmanagement.

Prüfung der Qualität

Die staatlichen Aufsichtsbehörden, die für den Vollzug des Arbeitsschutzgesetzes zuständig sind, überprüfen in Betriebsbesichtigungen auch die Qualität der Gefährdungsbeurteilung. Grundlage dafür ist die GDA Leitlinie Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation. Geschaut wird nach

  • Vollständigkeit - Berücksichtigung aller Tätigkeiten, Arbeitsplätze und Gefährdungs- und Belastungsfaktoren
  • Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen
  • verständliche Unterweisungen
  • Regelmäßigkeit der Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Wird die Gefährdungsbeurteilung als ein Bestandteil eines umfassenden Qualitätsentwicklungsprogramms verstanden und mit Aktivitäten wie Öko-Audit oder Reorganisationsprozessen verbunden, dann kann Arbeitsschutz effizient betrieben werden - als Teil des Managements des Betriebes. Dazu lassen sich Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzmanagementsysteme nutzen.