Beurteilung der Arbeits­bedingungen – Grundlagen und Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung

Risikobeurteilung und Maßnahmenhierarchie

Die Beurteilung des Risikos einer Belastung oder Gefährdung erfolgt am besten entlang der Vorschriften, der staatlichen technischen Regeln und des Regelwerks der Unfallversicherungsträger – und damit der gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse.

Wenn keine Technischen Regeln und ergonomischen Erkenntnisse vorhanden sind, müssen die Kriterien der Risikobeurteilung vereinbart werden. Qualitative Beurteilungsverfahren berechnen Wahrscheinlichkeit und Schadenshöhe zur Risikoabschätzung (Verfahren nach Nohl). Im Bereich der Beurteilung physischer Belastungen bei Lastenhandhabung bieten die Leitmerkmalmethoden eine schnelle Einschätzung des Risikos. Die Gefährdung aus psychischen Überlastungen können am besten durch die Beurteilung der Beschäftigten eingeschätzt werden, auch hierzu gibt es Leitlinien guter Arbeitsgestaltung.

Werden überhöhte Belastungen, eine Gefährdung der Sicherheit und die physische und die psychische Gesundheit festgestellt, müssen Verbesserungen gefunden und Maßnahmen ausgewählt werden. Ziel ist es, eine Gefährdung zu vermeiden oder möglichst gering zu halten. Denn es geht um die Prävention von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen.

Das Arbeitsschutzgesetz regelt die Grundsätze, nach denen Schutzmaßnahmen entwickelt werden sollen. Hier wird formuliert, dass Gefahren an der Quelle zu bekämpfen und individuelle Schutzmaßnahmen nachrangig sind. Die Hierarchie, die hier gemeint ist, fordert Maßnahmen in folgender Rangfolge:

Bild 1: Hierarchie der Maßnahmen im Arbeitsschutz. (Bildquelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall BGHM-Information 102: Beurteilen von Gefährdungen und Belastungen. Anleitungshilfe zur systematischen Vorgehensweise, sichere Schritte zum Ziel, 2015)

Maßnahmen müssen dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene und den Anforderungen der Ergonomie entsprechen. Die Technischen Regeln müssen berücksichtigt werden und ebenso die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Einwirkungen aus Arbeitsstätte, Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, Arbeitsorganisation und den Aufgaben.