Beurteilung der Arbeits­bedingungen – Grundlagen und Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung

Beteiligung und Mitbestimmung

Grundsätzlich empfiehlt es sich, über das Vorgehen Transparenz im Betrieb herzustellen; Führungskräfte und Beschäftigte sollten wissen, was auf sie zukommt. Die Gefährdungsbeurteilung berührt sensible Themen und benötigt Akzeptanz.

Aktives Einbeziehen der Beschäftigten

Die aktive Einbeziehung und Information der Beschäftigten ist sehr zu empfehlen und wird auch von den überbetrieblichen Arbeitsschutzinstitutionen gefordert. Die Beteiligung der Beschäftigten kann sich beziehen auf:

  • Information über die Art und Weise der Gefährdungsbeurteilung
  • beteiligungsorientierte Analyseverfahren (Mitarbeiterbefragungen, Gesundheitszirkel)
  • beteiligungsorientierte Lösungssuche (Zirkel, Workshops) Information über die Ergebnisse und die Maßnahmen
  • Unterweisung zu Gefährdungen und präventivem Verhalten

Durch Partizipation werden Beschäftigte sensibilisiert und akzeptieren Verbesserungsmaßnahmen eher. Das stärkt Eigenverantwortung für gesundheitsgerechtes Verhalten.

Im Rahmen der Unterweisung haben die Beschäftigten das Recht, über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die getroffenen Maßnahmen informiert zu werden.

Beteiligungsrechte von Betriebsräten und Personalräten

Ohne die Abstimmung mit dem Betriebsrat lässt sich das gesamte Verfahren nicht durchführen. Die betriebliche Interessenvertretung hat nach Betriebsverfassungsgesetz bei der Festlegung der konkreten Vorgehensweise und der Methoden ein Mitbestimmungsrecht. Auch die Personalvertretungsgesetze ermöglichen die Beteiligung von Personalräten am gesamten Prozess. Bei der Festlegung der Maßnahmen gestaltet die betriebliche Interessenvertretung grundsätzlich mit, um die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften abzusichern.

Immer noch gibt es in vielen Betrieben keine Gefährdungsbeurteilung und vor allem nicht zu den psychischen Belastungen. Eine Umfrage unter Betriebs- und Personalräten in 2015 zeigt, dass für das Fehlen der Beurteilung der psychischen Belastungen vor allem mangelndes Knowhow und unklare Verantwortlichkeiten die Ursachen sind. Betriebsräte sind die Treiber für die Umsetzung dieser wichtigen Aufgabe des Arbeitsschutzes, das hat ein Expertenprojekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Jahr 2010 bestätigt.