Betriebsbegehung

Betriebsbegehung - ein Pfeiler im Arbeitsschutz

Die Betriebsbegehung dient der Qualitäts- und Wirksamkeitskontrolle von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Dabei sollen mögliche Mängel aufgedeckt und Maßnahmen zu ihrer Beseitigung benannt werden.

Begehungen gehören fest zum Prozess des betrieblichen Arbeitsschutzes und sind Arbeitgeberpflicht. Idealerweise werden sie im Arbeitsschutzausschuss vorbereitet, damit die wichtigsten Arbeitsschutzthemen systematisch bearbeitet werden können. Begehungen kann es aus einem bestimmten Anlass (z.B. Unfall) oder zu Schwerpunktthemen wie Hygiene oder Brandschutz geben. Diese können separat stattfinden oder kombiniert mit der systematischen Begehung aller Arbeitsplätze.

Begehungen von Arbeitsplätzen und der Arbeitsstätte sind darüber hinaus Verfahren, um die körperlichen Gefährdungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. In diesem Fall geht es nicht allein um Mängelfeststellung, sondern um die systematische Erfassung aller möglichen Gefährdungs- und Belastungsfaktoren. Die Dokumentation ist dann umfangreicher.

Rechtsgrundlagen und Teilnehmende an Begehungen

Regelmäßige gemeinsame Betriebsbegehungen sind für die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte nach Arbeitssicherheitsgesetz vorgeschrieben (vgl. §§ 3,6, und 10 ASiG).

Sie ergeben sich auch aus den Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes, denn Maßnahmen des Arbeitsschutzes sind auf ihre Wirksamkeit hin zu prüfen und der Arbeitsschutz ist kontinuierlich zu verbessern. Diese Aufgabe müssen der Arbeitgeber oder die verantwortlichen Führungskräften organisieren.

Zu empfehlen ist, dass bei den Begehungen die Vorgesetzten des Bereichs teilnehmen, denn sie kennen das alltägliche Geschehen an den Arbeitsplätzen und können schnell Verbesserungen einleiten. Sicherheitsbeauftragte und die Interessenvertretungen haben das Recht, bei allen Begehungen dabei zu sein. Das gilt auch für Betriebsbegehungen von Unfallversicherungsträgern und den staatlichen Aufsichtsbehörden.

Turnus der Begehungen

Wie oft Betriebsbegehungen anstehen, hängt von den Gefährdungspotenzialen und der Dynamik ab, mit der sich die Arbeitsbedingungen wandeln. Die Vorgabe „regelmäßig“ im Arbeitssicherheitsgesetz muss in der Praxis konkretisiert werden. Die Häufigkeit wird am besten auf Basis der Gefährdungsbeurteilung (§ 5 Arbeitsschutzgesetz) festgelegt, die zugleich auch die wichtigste Arbeitsgrundlage einer Begehung ist: Denn sie dokumentiert die Gefährdungsfaktoren der Arbeitsplätze und -prozesse sowie die festgelegten Schutzmaßnahmen.

Inhalt dieses Artikels

  1. Betriebsbegehung - ein Pfeiler im Arbeitsschutz
  2. Inhalte der Begehungen
  3. Rechte der Interessenvertretung

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