Betrieblicher Gesundheitsbericht

Was ein betrieblicher Gesundheitsbericht leistet

Systematischer Beginn mit einer Bestandsaufnahme

    Abb. 1: Krankenkassen analysieren betriebliche Krankenstände. (AOK)

      Als Standardinstrument haben sich inzwischen vielfach die Arbeitsunfähigkeitsanalysen der Krankenkassen eingebürgert. Dazu werden die Häufigkeit und Verteilung gemeldeter Krankheitsfälle im Betrieb, ihre Dauer und die dazugehörige Krankheitsdiagnose ausgewertet. Die Krankenkassen  verknüpfen diese Zahlen mit Unternehmensdaten über die Art des Arbeitsplatzes (Arbeitsbereich/Kostenstelle), an dem ein Beschäftigter tätig ist.

      Mit diesen Informationen lassen sich erste Auffälligkeiten im betrieblichen Krankheitsgeschehen ermitteln. Vergleiche der Arbeitsunfähigkeitszeiten und der häufigsten Krankheitsarten mit Durchschnittswerten der Branche sowie betriebsintern zwischen verschiedenen Tätigkeitsbereichen erlauben es, "Problemzonen" herauszufiltern, die als Ausgangspunkt gesundheitsbezogener Aktivitäten im Betrieb dienen können.

        Abb. 2: (AOK)

          Datenschutz

          Bei den Analysen, wie sie bspw. die Betriebskrankenkassen oder die AOK kostenlos durchführen, wird der Datenschutz strikt beachtet, und Rückschlüsse auf einzelne Beschäftigte sind nicht möglich. Es werden nur Ergebnisse für Gruppen von mindestens 50 Personen ausgewiesen. Bei weniger Versicherten bieten die Kassen andere Verfahren an.

            Abb. 3: Auswertung der AU-Daten (Quelle: AOK-Projektgruppe "Betriebliche Gesundheitsförderung", Foliensatz und Leitfaden, o.J.)

              Preiswerte und zuverlässige Informationsquelle 

              Die Routinedaten der Krankenkassen stellen eine zuverlässige und flächendeckende Informationsquelle dar, da ihnen alle Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die Dauer der Krankschreibung und die Krankheitsdiagnosen zugrunde liegen. Nur in den Fällen, wo ein Unternehmen bis zum dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit auf eine ärztliche Bescheinigung verzichtet, sind die Angaben nicht ganz vollständig.

              Es ist zudem eine preiswerte Informationsquelle, denn die Daten liegen bereits vor, und etliche Krankenkassen haben ihre Analyse und Interpretation inzwischen professionalisiert. Diese Auswertungen können von den Unternehmen angefragt werden. Oft tragen sie zur Versachlichung der betrieblichen Krankenstanddiskussion bei.

              Häufig sind mehrere Kassen betroffen

              Durch die freie Kassenwahl sind für die Auswertung der Daten Hürden entstanden, denn die Beschäftigten sind oft bei verschiedenen Kassen versichert. Seitdem es möglich ist, einfacher in andere Kassen zu wechseln, ist es immer seltener geworden, dass die Mehrheit der Beschäftigten in nur einer oder zwei Kassen versichert ist. Üblicherweise wird die Krankenkasse mit den meisten Versicherten im Betrieb von interessierten Unternehmen angesprochen.

              BGF-Koordinierungsstelle

              Unter www.bgf-koordinierungsstelle.de haben inzwischen die gesetzlichen Krankenkassen eine gemeinsame Anlaufstelle für Unternehmen geschaffen. Bei der regionalen BGF-Koordinierungsstelle der Krankenkassen erhalten sie Unterstützung. Das Internetportal bietet kurze, prägnante Informationen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und ihren Instrumenten wie dem Gesundheitsbericht und zeigt, wie die Krankenkassen Unternehmen konkret unterstützen können, unabhängig von Größe und Branche.

              Inhalt dieses Artikels

              1. Was ein betrieblicher Gesundheitsbericht leistet
              2. Möglichst viele Informationen nutzen
              3. Jährliche Fortschreibung

              Mehr erfahren und aktiv werden