Unterweisung und Unter­richtung

Zielgruppen für Unterweisungen

Unterweisungen richten sich an alle Beschäftigten des Unternehmens, dazu gehören auch Auszubildende und Fremdpersonal. Zu beachten ist:

  • Die Unterweisung der Leiharbeitnehmer/innen erfolgt durch den Entleiher zu den spezifischen Bedingungen am Arbeitsplatz. Der Verleiher ist verantwortlich für die Erstunterweisung und Unterweisung zu allen Grundfragen.
  • Die Unterweisung der Telearbeiter/innen und von Beschäftigten in „mobiler Arbeit“ sollte die sichere und gesundheitsgerechte Gestaltung des Heimarbeitsplatzes (home office) und des Arbeitens bei Kunden und unterwegs enthalten.
  • Eine Unterweisung der Freelancer oder Fremdfirmenmitarbeiter/innen ist notwendig, weil sie durch ihr Verhalten in das betriebliche Geschehen hineinwirken. Die Arbeitgeber haben sich zu den Gefahren am Arbeitsplatz gegenseitig zu informieren und die Unterweisung abzustimmen (Arbeitsschutzfragen im Vertrag klären). Zumindest besteht eine Kontrollpflicht des Arbeitgebers nach § 8 Arbeitsschutzgesetz.
  • Unterweisungen von Jugendlichen müssen halbjährlich erfolgen und pädagogische Regeln und spezifische Verhaltensweisen in diesem Alter beachten.
  • Mutterschutzbezogene Unterweisungen müssen für alle infrage kommenden Frauen erfolgen, nicht erst wenn eine Frau ihre Schwangerschaft meldet. Sie sind bei besonderen Gefährdungen und Beschäftigungsverboten notwendig. Auch die Sommerhitze im Büro gehört dazu.

Zeitpunkt der Unterweisung

Wirksam wird eine Unterweisung, wenn sie rechtzeitig erfolgt, wenn ihre Umsetzung regelmäßig geprüft wird und danach gehandelt wird. Der Gesetzgeber fordert die Unterweisung:

  • vor Aufnahme einer Tätigkeit
  • regelmäßig mindestens einmal im Jahr
  • halbjährlich bei Jugendlichen
  • bei Veränderung im Arbeitsbereich, etwa bei der Einführung neuer Geräte, Software oder einer veränderten Arbeitsorganisation, wenn sich Gefährdungen und Belastungen ändern. Die Anpassung der Unterweisung an die Gefährdungsentwicklung setzt dabei immer die Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung voraus.
  • bei sicherheitswidrigem Verhalten, Unfällen und Erkrankungsschwerpunkten

Auch die Häufigkeit kann über die Mindestanforderung hinaus variieren, je nach Gefahren und Verhalten der Beschäftigten. Das bestimmt das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung.

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