Unterweisung und Unter­richtung

Durchführung der Unterweisung

Form

Form und Dauer der Unterweisungen sind nicht festgelegt. Sie lassen sich an die betriebsüblichen Verfahren anpassen und können in die Abteilungsbesprechungen, Teamsitzungen oder in Weiterbildungsmaßnahmen integriert werden. Sie finden während der Arbeitszeit statt.

Wichtig ist, dass die Unterweisung verständlich ist. Das Gespräch und das praktische Üben sind der wirksamste Weg der Informationsaufnahme. Deshalb sollte die Unterweisung mündlich stattfinden, ergänzt durch Broschüren oder online-Informationen. Reine E-Learning-Verfahren reichen nicht, sie können ergänzend zum jederzeitigen Abruf zur Verfügung stehen. Das Verlesen von Vorschriften oder Frontalunterricht ist ebenfalls nicht sinnvoll.

Unterweisungen können kurz sein, in Form eines kurzen Gesprächs am Arbeitsplatz, entscheidend ist, dass die Inhalte verstanden worden sind und Beschäftigte motiviert werden. Unterweisungen im Dialog sind ein Stück der Partizipation von Beschäftigten an der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen.

Grundlage ist immer das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. , darauf fußt die erste arbeitsplatzbezogenen Unterweisung. Das haben Urteile des Bundesarbeitsgerichts bestätigt. Jede nachfolgende Unterweisung kann im Sinne der Wirkungskontrolle von Verbesserungsmaßnahmen aus der Gefährdungsbeurteilung organisiert werden.

Durchführende

Für die Durchführung der Unterweisung sind der Arbeitgeber und - je nach Pflichtenübertragung - die Führungskräfte in ihrem Bereich verantwortlich. Führungskräfte haben Anweisungskompetenz, dies kann die Wirksamkeit der Unterweisung erhöhen. Nicht immer ist es sinnvoll, dass die Führungskräfte selbst die Unterweisung vornehmen. Das spezielle Fachwissen ist eine Voraussetzung, die nicht immer gegeben ist. Ihnen stehen dazu beratend die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Betriebsarzt zur Verfügung. Diese können Teile der Unterweisung übernehmen.

Zu beachten ist, dass die vollständige Durchführung von Unterweisungen nicht innerhalb der Einsatzzeiten von Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Betriebsarzt vorgesehen ist, sondern ihre Unterstützung dabei. Das Arbeitssicherheitsgesetz nennt zwar die Belehrung der Beschäftigten als eine ihrer Aufgaben, allerdings nur in ihrer Rolle als Berater. Anweisen können sie nicht.

Eine Weiterbildung zu den grundlegenden Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sollten die Verantwortlichen allerdings auf jeden Fall in Anspruch nehmen, um ihrer Führungsaufgaben nachkommen zu können.

Erfolgskontrolle

Die Verantwortlichen müssen sich davon überzeugen, dass die Beschäftigten die Unterweisung ausreichend verstanden haben und ihr Verhalten entsprechend ausrichten. Geschieht dies nicht, muss die Unterweisung wiederholt werden.

Eine schriftliche Dokumentation der Unterweisung ist eine Pflicht nach DGUV Vorschrift 1. Die Dokumentation weist dies nach, die Unterweisung stellt schließlich eine verhaltensbezogene Maßnahme des Arbeitsschutzes zur Vermeidung von Gefährdungen dar. Grundsätzlich gibt es keine Vorschriften zur Teilnahmebestätigung der Unterweisung per Unterschrift der Beschäftigten. Eine schriftliche Bestätigung der Teilnahme empfehlen die Unfallversicherungsträger, damit bestätigen Teilnehmende, dass sie die Inhalte verstanden haben. Wenn allerdings zu vermuten ist, dass das Sprachverständnis nicht ausreicht, dann ist die Erfolgskontrolle umso wichtiger. Entscheidend ist, ob im täglichen Arbeitsablauf ein sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten sichtbar wird.

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