Kommunikation und Wissen

Kommunikationsstörungen

Die Art der Beziehungen, das heißt die Form des Umgangs und Arbeitens miteinander, spiegeln sich im Kommunikationsstil. Sind die Beziehungen entlang der Hierarchie durch einen autoritären Stil geprägt, der Geringschätzung transportiert, dann ist es nicht verwunderlich, wenn Heuchelei entsteht oder keiner mehr den Mund aufmacht.

Ein stark bevormundender und kontrollierende Umgangsstil von Vorgesetzten oder Gruppenführern behindert selbständiges Handeln, Motivation und Kreativität.

Imponier- und Profilierungsgehabe dient der Selbstaufwertung. Ist die Selbstdarstellungsseite durch solchen Geltungsdrang überhöht, geraten die Sachaspekte in den Hintergrund und Sitzungen oft zu ineffektiver Zeitverschwendung.

Fassadenhaftes Verhalten
verweist auf Angst vor dem offenem Ausdrücken von Schwächen. Typisch dafür ist, dass häufig "man", "wir", "es" benutzt wird oder Fragen gestellt werden. Damit entsteht Distanz und zwischenmenschliche Sympathie und Solidarität in der Gruppe wird behindert.

Werden die Sachebene überbetont und die Beziehungsaspekte ignoriert, besteht die Gefahr, dass persönliche Spannungen im Untergrund wirken. Der Sache ist damit in der Regel nicht gedient.

Harmoniebedürfnisse und Konfliktvermeidungsstrategien lassen Angst vor Mißerfolg und Unsicherheit vermuten. Unbekannte Aufgabengebiete und Herausforderungen werden umgangen, neue Erfahrungen vermieden. So entsteht keine kreative Dynamik und die persönliche Entwicklung stagniert.

Konstruktive Kommunikation

Sympathie ist eine Voraussetzung für den uneingeschränkten Meinungsaustausch und eine konstruktive Kommunikation. Als sehr förderlich erweisen sich hierzu ein partnerschaftlicher Umgang miteinander und ein hohes Maß an Mitarbeiterbeteiligung. Wenn Spezialisierung und Hierarchie gering, die Aufgaben vielfältig und ausreichende Handlungs- und Entscheidungsspielräume vorhanden sind, lassen sich Kommunikationsstörungen verringern. Dazu trägt ebenso eine gutes Betriebsklima sowie ein großer Übereinstimmungsgrad (Corporate Identity) mit den Organisationszielen bei.

Kommunikationstraining

Als Ursache von Motivations- und Leistungsproblemen werden häufig Kommunikationsstörungen identifiziert und das Training von Kommunikationsverhalten vorgeschlagen.

Wenn die zwischenmenschliche Kommunikation erfolgreich verbessert werden soll, muss beim Verhalten des Einzelnen, bei den Umgangsformen in der Gruppe und bei den Beziehungen, Stil und Regeln der Organisation angesetzt werden. Ursachen für "Störungen" liegen niemals allein beim Einzelnen. Betriebsspezifische Formen der Kooperation, Führung, Qualifikation oder Hierarchie bestimmen das persönliche Verhalten mit.

Kommunikationstrainings stärken die kommunikativen und sozialen Kompetenzen des Einzelnen und von Organisationen. Damit sind eine Reihe von Fähigkeiten gemeint, die die Bewältigung sozialer Situationen verbessern helfen. Sensibilität für alle Aspekte der Kommunikation bei sich selbst und anderen gehört dazu. Toleranz, Offenheit und Konfliktfähigkeit sind ebenfalls soziale Kompetenzen.

Tipps für besseres Kommunikationsverhalten

Aus den Erfahrungen mit Kommunikationsstörungen lassen sich praktische Verhaltensregeln ableiten, die dem Einzelnen und der Arbeitsgruppe helfen, daß besser läuft:

  • höre gut zu
  • vertritt dich selbst in deinen Aussagen, sprich "ich" statt "man"
  • erkläre, warum du etwas fragst und was die Frage für dich bedeutet
  • mach dir bewusst was du denkst und fühlst und wähle was du sagst und tust, damit andere dich verstehen
  • warte mit Interpretationen und sprich deine persönlichen Eindrücke aus
  • beachte Körpersignale
  • sprich deine Wünsche klar aus
  • apelliere offen
  • gib Störungen Vorrang

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