Stress managen - Umgang mit Hektik und Arbeitsdruck

Woher der Stress kommt

„Wie soll ich das denn auch noch schaffen?“ Klarer Fall: Hier steht jemand unter Stress. Stress wird ausgelöst, wenn Menschen das Gefühl haben, Anforderungen nicht bewältigen zu können, sei es, weil sie zu viel oder zu schwierig erscheinen, oder dass sie keine Unterstützung erwarten können. Der Organismus schaltet bei Stress auf maximale Energiebereitstellung um: Blutdruck, Körpertemperatur und Herzschlag steigen, die Leistungsfähigkeit der Muskulatur und auch die Denkfähigkeit verbessern sich – Anderes aber wird zurückgefahren, etwa die Immunabwehr. Stress ist also etwas ganz Natürliches. Mal "im Stress sein" ist verkraftbar. Dauerstress schädigt aber den Organismus und gehört heute zu den größten Gesundheitsrisiken in der Arbeitswelt. Arbeitswissenschaftler und Arbeitsschutzbehörden stellen einhellig fest, dass die psychischen Belastungen der Beschäftigten in Deutschland seit einigen Jahren auf hohem Niveau sind. Besonders häufig - bei 40 bis 60 Prozent der Beschäftigten - sind folgende Ursachen  (vgl. Stressreport 2012, hg. von Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin):

Die häufigsten Ursachen für Dauerstress bei der Arbeit

  • verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen,
  • starker Termin- und Leistungsdruck,
  • ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge,
  • Störungen und Unterbrechungen,
  • sehr schnell arbeiten müssen.

Es gibt eine Reihe weiterer, weit verbreiteter Stressfaktoren bei der Arbeit, die immer wieder durch Mitarbeiterbefragungen bestätigt werden:

Arbeitsmenge: zu viel Arbeit durch zu wenig Personal, zu eng getaktete Projekte, Informationsflut

Arbeitsorganisation: sehr hohe Verantwortung, schlechte Einweisung, unklare Zuständigkeiten, hohes Ausmaß der Kontrolle, Konflikte im Team, fehlende Unterstützung und Wertschätzung durch Vorgesetzte

Arbeitszeit:  hohe Maß an Überstunden, permanente Erreichbarkeit, ungünstig gestaltete Schichtarbeit

Arbeitsumgebung: störender Lärm oder schlechte Beleuchtung

Beschäftigung: Angst vor Arbeitsplatzverlust, prekäre Beschäftigung wie Befristung, Leiharbeit oder Minijob